Dr. Mama – so werden Kinder schnell wieder fit
Mein bestes Hausmittel

Dr. Mama – so werden Kinder schnell wieder fit

Yeah, yeah, yeah! Meine Freundin, Kollegin, Mit-Volontärin und Blogger-Buddy Mareike Opitz hat ihr erstes Buch veröffentlicht: „Ene, mene, Miste, Mutti schreibt ´ne Liste“. Es ist gerade im Rowohlt Verlag erschienen. Und ich freue mich wahnsinnig mit Ihr! 

Mareike ist zweifache Mutter und seit zehn Jahren Playboy-Redakteurin. Daher kenne ich sie auch – sie war beim Playboy, ich bei Focus-Schule. Man kann sagen, dass ich für Leser geschrieben habe, die mit Erfolg ihre Texte durchgelesen haben 🙂 Sie über das coole, freie Leben ohne Kinder und ich über die Zeit, wenn´s ernst, aber auch so richtig schön wird. Sie über die Häschen ohne Stoff und ich über die Häschen aus Stoff…

Mit der Scheide Gras zupfen

Nebenbei schreibt Mareike seit einigen Jahren den Mama-Blog „Mutti so yeah“ (www.muttisoyeah.de): Dort geht es um alles, was Familien gute Laune macht, und um das wundervolle, aber manchmal sehr absurde Leben einer Mutter. Das aber beschreibt sie dermaßen witzig, dass ich oft Tränen lachen muss. Ihr Markenzeichen: Listen. Kurz, knackig und auf den Punkt. Mein Favorit ist die Liste „Top of the Schlimm: Die entwürdigendsten Augenblicke als Mutter.“ Nummer 2 zum Beispiel: „der Moment, in dem man in einem Kreis fremder Frauen im Rückbildungskurs sitzt und die Hebamme verlangt, „dass sich jetzt mal alle zusammen vorstellen, mit der Scheide Gras zu zupfen“. Ich hab´s selbst erlebt, bei mir war die Scheide allerdings ein pickendes Huhn…

Mareike Opitz: "Ene, mene, Miste, Mutti schreibt ´ne Liste", Rowohlt Verlag

Mareike Opitz: „Ene, mene, Miste, Mutti schreibt ´ne Liste“, Rowohlt Verlag, 9,99 Euro

Mareikes Buch ist echt toll geworden. Ich hab schon wieder Tränen gelacht! Zum Beispiel über eklige Dinge, die nur Eltern machen, Kinder-Wortschöpfungen, die besser sind als das Original und dunkle Mama-Geheimnisse.
Ich durfte auch eine Liste beisteuern, vielen Dank dafür!

Hier mein Gastbeitrag in Mareikes Buch:

DR. MAMA – SO WERDEN KINDER SCHNELL WIEDER FIT 

Wer nachts um halb drei sorgenvoll Dinge wie «Kind kann vor lauter Husten nicht schlafen» oder «Trick gegen Schluckauf» googelt, landet im ungünstigsten Fall in einem dieser Foren, in dem sich Eltern mit sonderbaren Nutzernamen und sehr vielen Satzzeichen gegenseitig panisch machen. Oder stößt glücklicherweise auf den Blog «Warme Milch mit Honig», auf dem die Mutter und Wissenschaftsjournalistin Kathrin Schwarze-Reiter über Kindergesundheit schreibt. Und ein paar Tricks auf Lager hat, die erstaunlich simpel und wirkungsvoll zugleich sind.

• Die Husten-Friedenspfeife im Tipi rauchen

Oh Mann, dieser lästige Husten – jede Nacht weckt er die Kinder. Weil die aber meist keine Lust haben, ihre Nase in ein Inhaliergerät zu stecken, nehme ich ein Indianerzelt. Meine Tochter hat eines in ihrem Zimmer stehen, und manchmal «rauchen» wir die Husten-Friedenspfeife darin. Ich gebe Kräuter wie Salbeiblätter, Thymian, Kamillenblätter und zerstoßene Fenchelsamen in eine Schüssel und gieße kochendes Wasser darauf. Dann verstecken wir uns im Tipi (Achtung, dass niemand an die Schüssel stößt und sich verbrüht!) und inhalieren gemeinsam. Tief ein- und ausatmen. Das klappt meist ganz gut, beruhigt die gereizten Bronchien und löst den Schleim. Ganz wichtig: Kleine Kinder (bis ca. 1 Jahr) sollten nie mentholhaltige und ähnlich stark riechende Substanzen inhalieren. Das kann Allergien begünstigen oder im schlimmsten Fall sogar einen Atemstillstand auslösen.

• Mit Winnie-the-Pooh-Tee gegen Erkältung

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Die Nase läuft schon etwas, das Schlucken fällt schwer – dann ist es Zeit, tata, für den Dr.-Mama-Erkältungsbekämpfungs-Tee! Er hat wahre Superkräfte! Dafür koche ich 1 Liter Wasser auf, schneide ein 3 Zentimeter langes Stück Ingwer in Stücke, lasse das Gebräu 15  –  20 Minuten ziehen und gebe noch einen Spritzer Zitrone hinein. (Jaja, ich weiß, Kinder mögen weder Ingwer noch Zitrone, aber man kann den Tee ja ordentlich mit Honig süßen und ihn «Winnie-the-Pooh-Tee» nennen.) Der Ingwer wirkt schleimlösend und entzündungshemmend, wärmt von innen und desinfiziert. Die Zitrone versorgt den Körper hoch dosiert mit Vitamin C, und der Honig wirkt antibakteriell. Den Tee am besten in eine Thermoskanne  geben, dann bleibt er lange warm.

• Buttermilch hilft bei Bauchschmerzen

«Mama, ich hab schon wieder Bauchweh!»  – Bauchschmerzen sind hinterhältig, denn sie kommen oft unvermittelt. Niemand kann nachsehen, ob dem wirklich so ist, denn ein Bauch tränt ja nicht, ist nicht rot oder hat Pusteln. Er tut nur weh. Stimmt das, oder will da jemand vielleicht nur nicht in den Kindergarten? Sicher kann man sich nicht sein. Bei unklaren Bauchschmerzen hilft daher manchmal Buttermilch. Sie enthält alkalische Substanzen und räumt Magen und Darm auf. Ein empfindlicher Bauch  kommt so wieder zur Ruhe. Ab drei Jahren kann man Kindern daher täglich einen halben Liter Buttermilch (zimmerwarm!) geben. Erzielt oft ungeahnte Erfolge.

• Lieber Karotte als Hühnchen

stocksnap_xhuyqfb7nbIch konnte sie noch nie leiden – diese eingebildete Hühnersuppe, die sich landauf, landab als bestes Hausmittel ever brüstet. Gegen Erschöpfung und nach langen Magen-Darm-Erkrankungen soll nichts so gut helfen wie sie. Als Vegetarierin bringe ich es aber einfach nicht übers Herz, so ein nackiges Huhn auszukochen. Es gibt allerdings eine ebenbürtige, vegetarische Alternative (nur Karotten müssen dafür dran glauben). Und so geht’s: Ein Glas Karotten, am besten ein Glas Babynahrung, in einen Topf mit einem halben Liter Gemüsebrühe aufkochen. Natürlich kann man auch frische Karotten nehmen und die dann pürieren. Mit Suppenkräutern und etwas Muskat würzen. Was so gut daran ist: Diese Suppe bringt den Salz- und Kohlenhydrathaushalt wieder in Ordnung. Und die Mineralien und Vitamine aus der Karotte (vor allem das Provitamin A) tun der strapazierten Magenschleimhaut gut.

 

• Weniger jucken dank Zwiebel

Im Sommer werden vor allem Kinder fies gepiesackt: Schwärme an Mücken hinterlassen auf den kleinen Körpern rote, juckende Pusteln. Mit Chemie will man da nicht zu Leibe rücken. Die Öko-Methode: Man nehme eine Zwiebel, halbiere sie und reibe mit der Schnittstelle sanft über den Stich. Müffelt zwar ein bisschen, aber die ätherischen Öle der Knolle sind toll: Sie entfalten einen kühlenden Effekt auf der Haut, es juckt weniger. Zudem wirken die Schwefelverbindungen in der Zwiebel antibiotisch (wichtig, weil bei einem Insektenstich viele Keime in die Haut wandern) und entzündungshemmend.

• Der Anti-Spuck-Punkt

Die Chinesen drücken ihn schon seit Jahrtausenden: den Neiguan-Akupressurpunkt. Wenn man die Stelle am Arm massiert, soll Reiseübelkeit wie weggeblasen sein. Was für ein Segen, denn es ist ja nichts schlimmer, als wenn dem Kind beim Autofahren immer kotzübel wird. Da drücke und presse ich lieber ein wenig, und das Kind hat eine schöne Reise (und alle anderen Familienmitglieder auch). Ein bis zwei Stunden vor der Abfahrt sollte man damit beginnen, im Halbstundentakt den Neiguan-Punkt zu massieren. Man findet ihn hier: Das Handgelenk beugen, sodass man deutlich die zwei Sehnen sehen kann, die vom Unterarm in die Hand führen. Auf diesen beiden Sehnen wandert man nun zwei Daumenbreit Richtung Ellbeuge. Dort ist der Neiguan-Punkt. Nun mittelfest mit Mittel- und Zeigefinger im Uhrzeigersinn massieren, etwa eine Minute lang pro Seite. Hilft (meistens!).

• Der Löschblatttrick gegen Nasenbluten

Eigentlich total retro, so ein Löschblatt! Doch es will nicht nur Tintenkleckse aufsaugen oder in Kugelform mit einem Gummi durch das Klassenzimmer geschnalzt werden, sondern es kann auch bei Nasenbluten helfen. Ja, wirklich! Hört die Nase nämlich einfach nicht auf zu bluten, einfach ein Stückchen Löschblatt (etwa 1 mal 4 Zentimeter) zurechtschneiden und es oben zwischen die Oberlippe und die Schneidezähne legen. Die Saugkraft des Blattes löst einen Reiz aus, durch den sich die kleinen Blutgefäße im Bereich der Riechschleimhaut zusammenziehen. Wenn die Verletzung in der Nase nicht allzu schlimm ist, hört sie oft zu tropfen auf.

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