Die perfekte Reiseapotheke – ist klein!
Gesund bleiben

Die perfekte Reiseapotheke – ist klein!

Diese Medikamente braucht Ihr für Eure Kinder wirklich.

Ich packe meinen Koffer und nehme mit… leider eine Tasche mit 1001 Medikamenten! Denn es könnte ja im Urlaub jemand krank werden. Und dann hat man ausgerechnet das passende Mittelchen nicht zur Hand oder kennt keinen Arzt am Urlaubsort oder die Praxen machen selbst Ferien oder in der Apotheke versteht niemand das radebrechende Italienisch oder, oder, oder…

Völliger Quatsch finde ich, denn man fährt mit Kindern ja meist nicht nach Grönland oder in die hinterste Mongolei. Und in den meisten Fällen kann man sich gut mit Hausmittelchen selbst behelfen. Für die schwereren Krankheiten braucht man im Grunde nur wenige Medikamente wirklich. Alle anderen kann man in kurzer Zeit dann in der Apotheke besorgen, wenn es ernst ist. Dort kommt man selbst mit gebrochenem Italienisch oder einer Übersetzungs-App immer weiter. Und oft gibt es in den lokalen Apotheken die besten Medikamente, zum Beispiel die wirksamsten Anti-Mückenmittel.

Vollgestopft bis zum Geht-nicht-mehr

Reisen mit Kindern ist eine logistische Herausforderung. Wir zum Beispiel haben kein Auto, weil wir keines brauchen und weil wir keines wollen. Im Urlaub aber wünsche ich mir schon manchmal eines. Man könnte alles hineinschmeißen, praktisch in IKEA-Taschen geschlichtet, nicht über jedes Gramm nachdenken und einfach losfahren.

Ich aber muss genau planen, was und wie viel ich mitnehmen kann. Denn mein Rücken und meine freien Hände sind begrenzt. Wenn ich mit der Bahn reise, muss ich ja mit einer Hand den Kinderwagen schieben und mit der anderen Hand kann ich nur einen Koffer ziehen. Auf dem Rücken habe ich meist noch meinen alten Backpacker-Rucksack, vollgestopft bis zum Geht-nicht-mehr. Am Kinderwagen hängt auch noch eine Tasche. So kriegt man eine Menge unter, aber eben nicht alles.

Beschränkung bedeutet für mich Urlaub

Aber im Grunde finde ich das auch nicht schlecht. Denn ich liebe die Beschränkung! Im Urlaub will ich entspannen und befreit reisen und nicht meinen ganzen Hausstand mitschleppen. Ist ja nicht Zuhause, sondern Urlaub. Und auch Kinder können ruhig mal lernen, dass man am Strand nicht den riesigen Bagger dabei hat. Ein kleines Schäufelchen tut es auch.

Ich weiß, wenn es um die Gesundheit geht, ist aber alles ein wenig anders. Denn gerade bei Kindern geht es manchmal um Stunden, wenn sie krank werden. Man ist total ratlos, verzweifelt und wünscht sich genau das Medikament her, das einem Zuhause so gut geholfen hat.

Hier verrate ich Euch, welche Medikamente unbedingt in eine Reiseapotheke gehören und welche Ihr getrost zuhause lassen könnt. 

  • Gesundheitsset: Da ist schon echt viel drin: Pinzette (zum Entfernen von Splittern und Zecken), Nasensauger, Nagelschere, Spritze. Und im Rucksack nimmt es nicht viel Platz weg.
    https://www.baby-walz.de/p/safety-1st-gesundheitsset-gross-p1502150/?prudsysClick=true&template=productpage&boxName=BoxUP-Sell&variantId=P1502150_156688930
     

 

  • Bei Fieber: Unbedingt braucht man ein Thermometer, um Fieber exakt messen zu können und zu wissen, wann man zum Arzt oder in die Notfallambulanz muss. Bei Kleinkindern spricht man von Fieber, wenn die Körpertemperatur bei 38,5 Grad liegt, ab 39 Grad von hohem Fieber. Babys bis drei Monate sollten schon ab 38 Grad zum Arzt. Ältere Kinder ab 39 Grad.

    Gut funktioniert zum Beispiel ein Ohrtermometer, die Kinder wehren sich nicht so sehr wie gegen rektale Thermometer.

Ein Ohrtermometer misst sehr genau

 

Zudem nehme ich immer Fieber- und Schmerzzäpfchen für Babys und Kinder mit, um Fieber gleich bekämpfen zu können.

  • Für Verletzungen sollte man einige Pflaster unterschiedlicher Größe und sterile Wundkompressen, Mullbinden und Klebeband sowie Desinfektionsspray dabei haben. Am besten steckt man das Päckchen in den kleinen Rucksack, den man bei Ausflügen immer dabei hat.
  • Bei Erkältungen: Hustensaft, Nasen- und Ohrentropfen reichen eigentlich aus. Wenn Kinder schnell unter Asthma leiden, sollte man natürlich ihr Asthma-Spray mit einem Diffusor zum leichteren Einatmen mitnehmen.
  • Medikamentenschnuller: Wenn Kinder Hustensaft oder Antibiotikasäfte nicht gerne schlucken, ist mein Tipp ein Medizinschnuller. Über diesen kann man den Saft viel besser verabreichen. Damit landet die Medizin leichter und exakter dosiert im Mund als mit einem Löffel (bei dem die Hälfte auf der Kleidung landet):

    Flüssige Medizin lässt sich mit dem Medikamentenschnuller leicht verabreichen

  • Gegen Sonnenbrand und Mückenstiche: Bei Babys und Kleinkindern sollte man eine mineralische Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 30 oder 50 benutzen und großzügig eincremen. Sonnenbrand und Insektenstiche kühlt ein Antihistamin-Gel. Wenn Kinder es sich gefallen lassen, hilft am besten ein Click-Gerät, das das Gift im Stich erhitzt und so zersetzt. Schon nach kurzer Zeit juckt es nicht mehr.

    Der Bite away zersetzt das Gift der Mücke

  • Gegen Durchfall und Bauchweh: Eine Elektrolytlösung hilft den Salz- und Mineralstoffverlust auszugleichen. Allerdings haben wir diese eigentlich nie im Gepäck, denn man kann die Lösung auch ganz leicht selbst herstellen: In einem Liter Wasser je einen Viertel Teelöffel Kochsalz und Backpulver auflösen. Dazu zwei Esslöffel Zucker oder Honig und eine halbe Tasse Orangensaft. Arznei-Hefe beugt Durchfall vor. Ist das Kind noch sehr klein, kann man Tropfen gegen Säuglingskoliken einpacken. Übrigens: Die Tropfen helfen auch sofort bei Vergiftungen. Hat das Kind zum Beispiel Spülmittel getrunken, verabreicht man ihm die ganze Flasche  – das Mittel lässt den Spülmittelschaum im Magen sofort zusammenfallen und das Kind kann wieder freier atmen.

 

  • Gegen Übelkeit: Wird Kindern beim Autofahren oder auf Schiffen schnell schlecht, kann man ein Mittel gegen Reiseübelkeit geben. Das SEA-Band Akupressur-Band soll durch einen Knopf wirken, der auf die Innenseite des Handgelenks drückt und so einen Akupressurpunkt gegen Übelkeit massiert. Aber vor allem kleinen Kindern ist das oft unangenehm. Einfach schauen, ob sie es spielerisch mitmachen. 

    Der Tipp zum Schluss: Im Urlaub ist es oft sehr heiß. Am besten wickelt man die Medikamente in Alu-Folie, um sie vor Hitze zu schützen. Ungeschützt können sich die Fläschchen und Tübchen bis fast auf 70 Grad erwärmen, der Inhalt zersetzt sich und wirkt dann nicht mehr so gut.

    Auf der anderen Seite herrschen im Frachtraum eines Flugzeuges nicht selten Temperaturen um den Gefrierpunkt. Daher sollte man die Medikamente lieber im Handgepäck mitfliegen lassen.

     

    Reise in die Tropen? Dagegen sollte man Kinder impfen!

    • Standardimpfungen: Ohne die normalen Impfungen gegen Tetanus und Diphtherie sollte man gar nicht erst losfahren, sowieso klar.
    • Tropenkrankheiten: Manche Länder verlangen bestimmte Impfungen von Touristen, damit diese einreisen dürfen. Auf der Seite des Auswärtigen Amtes (auswaertiges-amt.de) findet man auf der Seite des jeweiligen Landes unter Reise- und Sicherheitshinweise passende Impfempfehlungen.

    Ob man die Impfungen seinen Kindern zumuten will, muss man selbst entschieden. Zwei schreckliche Tropenkrankheiten, die durch Mücken übertragen werden, sind Denguefieber und Malaria. Kinder dürfen die starken Malariamedikamente zur Vorbeugung nur eingeschränkt oder gar nicht nehmen. Auch das tückische Dengue-Fieber ist weltweit auf dem Vormarsch. Es lässt Halluzinationen, starke Muskelschmerzen und eventuell innere Blutungen aus und kann sogar tödlich sein. Weil man sich dagegen nicht impfen lassen kann, muss man sich und seine Kinder unbedingt vor Mückenstichen schützen. Die Mücken sind den ganzen Tag aktiv. Es gibt inzwischen sehr wirksamen DEET-haltigen Insektenschutz, der auch von Kindern und sogar von Schwangeren gut vertragen wird. Informationen zu empfohlenen und vorgeschriebenen Reiseimpfungen findet man auch unter:  www.tropeninstitut.de und www.fit-for-travel.de/startseite.html

    Viele Tipps bieten auch die Ratgeberseiten von Baby Walz, zum Beispiel die zum Reisen mit Kindern: https://www.baby-walz.de/reisen-mit-kindern Hier erfährt man, welche Reisedokumente man braucht, wie lange man in der Schwangerschaft noch fliegen darf und welcher Kinderwagen sich zum Reisen eignet.

     

    Immer mitnehmen: die Krankenkassenkarten und die Impfpässe. So kann man im Urlaub nachweisen, dass das Kind alle notwendigen Impfungen bereits bekommen hat. Für Notfälle und Rückfragen speichert man am besten die Telefonnummer des Kinderarztes ab (aber das hat man ja sowieso – schon immer getan).

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