Frohe Ostern euch allen – aber bitte ohne Salmonellen und giftige Farben!
Wohl fühlen

Frohe Ostern euch allen – aber bitte ohne Salmonellen und giftige Farben!

Jippieh, der Osterhase kommt! Und mit ihm ein wunderbares Wochenende zum Entspannen, miteinander draußen sein, Eier färben, Osterzopfbacken und Eierditschen. Niemand soll da an sowas Eckliges wie Salmonellen denken. Das müsst Ihr auch nicht – wenn Ihr Euch meine neun Tipps für gesunde Ostern durchlest. Und dann viel Spaß mit dem langohrigen Eierlieferanten!

1. Wie lange bleibt ein Ei frisch?

Schaut nach, ob das Legedatum der Eier auf der Packung steht. Eier, die älter als zehn Tage sind, sollte man nicht mehr für rohe Speisen verwenden. Also am besten auch nicht mehr ausblasen, da sie Salmonellen entwickelt haben könnten. Steht nichts auf der Packung, zieht man vom Mindesthaltbarkeitsdatum 28 Tage ab, um herauszubekommen, wann die Eier gelegt wurden. So lange kann man sie noch guten Gewissens für Omlette oder Rührei verwenden. Nach zwei Monaten sind sie zu alt zum Essen.

Wenn man die Eier schon aus der Verpackung genommen hat und keine Ahnung hat, wie lange sie haltbar sind, kann man das leicht überprüfen: Eine Schale mit kaltem Wasser füllen und die Eier hineinlegen. Bleiben sie am Boden der Schüssel liegen, dann sind sie frisch, denn im Ei sind nur kleine Luftblasen, so schwimmt es unten. Eier, die schon über 14 Tage alt sind, schweben fast senkrecht im Wasser: Sie sollten schnell verbraucht werden. Schwimmt das Ei an der Oberfläche und ragt sogar oben aus dem Wasser, ist es mit rund zwei Monaten zu alt zum Verzehr.

2. Muss ich Salmonellen beim Eier-Ausblasen fürchten?

Leider ja. Je älter ein Ei ist, desto durchlässiger wird seine Schale und die Gefahr steigt, dass Salmonellen eindringen. Eier zum Ausblasen sollten also so frisch wie möglich sein. Am besten bohrt man zwei Löcher oben und unten in die Schale und bläst das flüssige Ei dann mit einem Stohhalm aus oder legt ein dünnes Papiertaschentuch über die Öffnung. Außerdem sollte man die Eier erst hinterher waschen, rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – denn das Wasser zerstört die sogenannte Cuticula – ein Häutchen, das das Ei umgibt und vor dem Austrocknen und vor Bakterien schützt. So können leichter Salmonellen eindringen.

Bei gekochten Eiern ist das Salmonellenrisiko kaum vorhanden. Wenn man Eier zwei bis drei Minuten kocht, sind eigentlich alle Keime abgetötet.

3. Nur ein Ei am Tag – oder wie viele Eier darf ich essen?

Früher galt die Regel, dass man sich mit Eier zurück halten sollte. Diese Ansicht ist heute widerlegt. Gesunde Erwachsene und Kinder können ausnahmsweise schon mal mehrere Eier pro Woche essen. Sie enthalten zwar viel Cholesterin, dieses wirkt sich aber kaum aus den Cholesterinspiegel aus, da das meiste Cholesterin sowieso die Leber selbst herstellt. Das weiß die Wissenschaft heute. So steckt der Körper die paar Ostereier locker weg, wenn man keinen krankhaft erhöhten Cholesterinspiegel hat. Nach Ostern kann man ja mal wieder länger auf Eier verzichten.

4. Halten hartgekochte Eier länger?

Die DGE sagt: Zwei Wochen – allerdings nur wenn die Schale nicht beschädigt ist und sie im Kühlschrank aufbewahrt wurden. Die psychedelischen Regenbogeneier aus dem Supermarkt halten sich hingegen bis zu drei Monaten, weil eine Art Harz die Schale versiegelt. Mich macht sowas ja stutzig und verdirbt mir irgendwie den Appetit…

 

Meine Ostereier habe ich dieses Jahr in dem knallroten Strickkorb von www.mariemeers.de versteckt! So werden die Eier garantiert gefunden.

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5. Welche Eierfarben sind für Kinder ungiftig?

Die DGE hält die künstlichen Eierfarben für unbedenklich. Allerdings sind einige Menschen auf sie allergisch, zum Beispiel auf E 151, E 122, E 127, E 102 und E 110. Sie dringen beim Färben durch die Schale ins Eiweiß und man isst sie dann mit. Platzen Eier beim Färben, sollte man sie lieber wegwerfen, da dann leichter Keime eindringen können und sich die Farbe im Eiweiß festsetzt. (Übrigens gibt es unten noch eine kurze Anleitung für´s Färben mit Naturstoffen.)

6. Muss man Eier wegschmeißen, wenn das Eidotter grün ist?

Nein, krank macht uns der grüne Rand um das Eidotter nicht. Allerdings schmecken die Eier wahrscheinlich nicht mehr so gut, denn die Eier haben mehr als zehn Minuten und damit zu lange gekocht. Eine chemische Reaktion zwischen dem Eisen im Eigelb und Schwefelverbindungen im Eiweiß führt dazu, dass grünlich aussehendes Eisensulfid entsteht.

7. Im Biomarkt gibt es fast nur braune Eier. Sind die wirklich gesünder?

Die Schale hat mit der Bio-Qualität oder dem Geschmack nichts zu tun, sondern nur mit den Lamellen hinter den Ohren des Huhnes. Diese bestimmen, welche Farbe die Eier haben. Bio-Käufer denken aber, dass braune Eier gesünder sind, deshalb wollen sie diese im Regal liegen sehen. In der Tat haben Bio-Hühner mehr Auslauf, bekommen besseres Futter ohne Gentechnik und weniger Medikamente. Daher unterscheiden sich die Eier zwar nicht im Nährwert, besser sind Bio-Eier aus Freilandhaltung aber schon. Nochmal zurück zu den braunen Eiern: Die sind zusätzlich pigmentiert und dicker. So eignet sich die Schale etwas besser, um sie mit Kindern zu bemalen.

8. Wo kann ich ablesen, wie die Hühner gehalten wurden?

Auf den Eiern prankt ein Stempel. Er ist zwar durchaus störend für das Ostereierbemalen (am besten mit etwas Nagellackentferner abwischen), aber daran kann man erkennen, aus welcher Haltung und welchem Land die Legehennen stammen. Ein Code gibt das Land an: Zum Beispiel „DE“ für Deutschland. Die erste Ziffer hinter den Buchstaben kennzeichnet die Art der Haltung. Eine 0 steht für Bio-Qualität, eine 1 steht für Freilandhaltung, 2 für Bodenhaltung und 3 für Käfighaltung.

Achtung: Bereits gefärbte Eier und Eier in Nudeln oder anderen Fertiggerichten müssen nicht gekennzeichnet sein. Meist stammen sie aus Käfighaltung, weil die am billigsten sind. Gerade gibt es jedoch Überlegungen, auch diese Eier ausweisen zu lassen.

 9. Welche Farben aus der Natur färben die Ostereier am besten?

Die künstlichen Eierfarben wie Tartrazin (E 102) und Azorubin (E 122) können bei Allergikern zu mit Hautrötungen, Juckreiz oder gar Asthmaanfällen führen. Durch kleine Risse in der Schale könnten kleinste Mengen dieser Farbstoffe ins Ei eindringen und mitgegessen werden. Dann doch lieber etwas schwächere, aber gesündere Farben aus der Natur.

Der Sud zum Färben wird aus einem halben Liter Wasser und einem Schuss Essig hergestellt. Dann gibt man 250 Gramm der färbenden Pflanze – also Rotkohl oder Petersilie. Der Sud muss ungefähr 30 bis 45 Minuten kochen, bevor die Eier hineinkommen. Am besten nehmen sie die Farbe an, wenn sie zuvor mit Essig abgerieben wurden. Die Eier werden dann im Sud hartgekocht und abgekühlt.

Rot: mit roten Beete

Rote Bete, rote Zwiebelschalen oder Rooibos-Tee färben Eier rot, wenn man sie in der Tee oder Sud darin eingelegt.

Lila: mit Rotkohl

Kocht man Eier in einem Sud aus 500 Gramm Rotkohl und einem Liter Wasser werden sie blassviolett. Legt man die Eier direkt in den Kohl, wird die Farbe intensiver, aber auch fleckig. Auch Holundersaft färbt die Eier lila.

Grün: mit Petersilie

Spinat, Brennnesselblättern oder Petersilie machen Eier grün – allerdings wirklich nur blass-grün.

Braun: mit Tee

Zehn Schwarzteebeuteln in einem Liter Wasser ziehen lassen, dann die Eier darin kochen. Schon sind sie braun.

Blau: mit Blaubeeren

Richtig dunkelblau, fast grau werden die Eier, wenn man sie in Blaubeersaft kocht.

Gelb: mit Zwiebelschalen oder Kurkuma

Eier mit Zwiebelschalen umwickeln, alte Strumpfhose drum und dann in Wasser kochen. Auch mit Kümmel oder Kamille werden die Eier goldgelb bis braun. Kräftig gelb werden Eier mit Kurkuma. Dazu gibt man 20 Gramm Kurkuma in einen Liter Wasser, kocht ihn auf und legt dann die Eier hinein.

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