Welche Fische sind gesund und nicht überfischt?
Gesund bleiben

Welche Fische sind gesund und nicht überfischt?

Fischstäbchen essen fast alle Kinder gerne. Das ist auch gut so, denn Fisch enthält wertvolle Nährstoffe, die für´s Wachsen wichtig sind. Doch welche Fische kann man noch guten Gewissens in die Pfanne hauen, ohne dass man sie ausrottet? Und auf welche sollte man in der Schwangerschaft lieber verzichten?

Fisch ist ja eigentlich gesund. Kinder sollten ihn regelmäßig essen, um wichtige Nährstoffe und Spurenelemente zu erhalten. Ernährungsexperten empfehlen zweimal pro Woche Fisch auf dem Teller. Je nachdem welchen Fisch man brät, steckt unterschiedlich viel Vitamin A und D drin sowie eine Reihe von B-Vitaminen. Hinzu kommen wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente wie Magnesium, Kalium, Selen und Eisen.

Fisch tut dem Körper gut


Er liefert außerdem wertvolle Omega-3-Fettsäuren, die die Entzündungsneigung im Gewebe mindern, die Blutfettwerte reduzieren und Herzrhythmusstörungen vorbeugen (das ist natürlich eher für die Opas als für die Enkel wichtig).

Darf´s noch etwas mehr sein? Fisch liefert außerdem Jod. Vor allem Seefische wie Thunfisch, Dorade oder der Zackenbarsch sind die einzig nennenswerte Quelle für Jod und damit essenziell für die Schilddrüsenfunktion. Sonst bekommt man Jod eigentlich nur über Speisesalz, dem das Spurenelement zugesetzt wurde.

Mit diesen drei Regeln isst man besonders gesund: 
Je frischer Fisch ist, umso nährstoffreicher.

Je fetter er ist, umso vitaminreicher.

Je mehr Meeresfisch man isst, umso mehr Jod bekommt man.

Soweit schön und gut, doch ständig ist von Überfischung der Bestände, antibiotikaverseuchten Aquakulturen und Quecksilberrückständen im Fisch die Rede. Da vergeht einem wirklich der Appetit. Ich zum Beispiel esse nur noch wenig Fisch – Fleisch sowieso nicht – und schon gar keinen Thunfisch mehr, da er ja so überfischt ist. Doch jetzt habe ich gehört, dass das, was in den Thunfischdosen drin ist und auf der Pizza Tonno drauf, gar kein bedrohter Thunfisch, sondern Bonito. Darf ich mir den dann wieder schmecken lassen?

Große Verwirrung: Welchen Fisch darf ich noch essen?
Um dem Chaos auf dem Teller entgegen zu treten, hat der WWF nun einen Fischratgeber veröffentlicht, den ich sehr nützlich finde:

http://fischratgeber.wwf.de/desktop/#/

Welchen Fisch darf man noch essen? Das erklärt der Fischratgeber des WWF

Neben jeder Fischsorte ist eine Ampel: Grün für „gute Wahl“, gelb für „zweite Wahl“ und rot für „Lieber nicht“. Man kann dann sogar auf die Fischsorte klicken und noch einmal genau nachlesen, warum der Fisch bedroht ist, ob die Umwelt durch Gambas-Aquakulturen zerstört wird und wo Gift drinsteckt.

In der Liste habe ich auch erfahren, dass ich Bonito aus dem Westpazifik ohne Bedenken essen kann. Aus dem Ostpazifik allerdings wieder nicht… puh, ganz schön schwierig, aber das sollte mir die Umwelt wert sein.

Und woraus sind Fischstäbchen?
Die essen ja Kinder für ihr Leben gerne. Meistens ist Kabeljau, Köhlerfisch, Alaska-Seelachs, Seehecht oder Pangasius drin. Mindestens 65 Prozent sind Fischfilet und 25 Prozent zerkleinertes Fischfleisch. Nicht alle Fischstäbchen kann man guten Gewissens essen. Achtet am besten auf das Umweltsiegel des Marine Stewardship Council, das verantwortungsvolle Fischfangmethoden und nachhaltige Fischerei gewährleisten soll. Sehr lecker sind zum Beispiel die Fischstäbchen aus Pangasiusfilet bei Alnatura von Ökoland.

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Quecksilber: In der Schwangerschaft lieber auf manche Meeres-Fische verzichten
Weil unsere Meere leider dreckig sind, sind Fische unterschiedlich hoch mit Quecksilber belastet. Vor allem Raubfische haben mehr dieses Gifts intus als pflanzenfressende Friedfische. Eigentlich sollten keine Fische, die die EU-Richtwerte überschreiten, auf den Markt kommen. Trotzdem sollten vor allem Schwangere und Stillende, aber auch Neugeborene und kleine Kinder einige Fische nicht essen.

Lieber nicht: Haifisch (im Handel auch als „Schillerlocken“ erhältlich), Buttermakrele, Aal, Steinbeißer, Schwertfisch, Weißer Heilbutt, Hecht, Seeteufel und Thunfisch.

Dioxin und PCB: Diese Flussfische gehen gar nicht
Auch unsere Flüsse sind nicht sauber. Am Grund haben sich jahrelang Schadstoffe wie Dioxine und PCB angesammelt, die im Verdacht stehen Krebs auszulösen. Vor allem in sehr fettreichen Fischen wie Aalen lagern sich die toxischen Stoffe an. Daher überschreiten sie oft den gesetzlich festgelegten Höchstgehalt für Dioxine und PCB. Wer gerne angelt oder beim Fischer um die Ecke kauft, sollte sich über die Belastungssituation der Fische im nahegelegenen Fluss informieren.

Das kann man zum Beispiel hier:

BfR: „Belastung von wildlebenden Flussfischen mit Dioxinen und PCB“ (PDF, extern, 120 KB)

BfR: „Kriterien für Verzehrsempfehlungen bei Flussfischen, die mit Dioxin und PCB belastet sind“ (PDF, extern, 56 KB)

BfR: „EU-Höchstgehalte für Dioxine und dioxinähnliche PCB in Fisch schützen Vielverzehrer von fetthaltigem Fisch nicht immer ausreichend“ (PDF, extern, 136 KB)

Na, dann! Guten Appetit!

3 Kommentare

  1. Amalia B
    Reply

    Vielen Dank für den Artikel. Die Schilddrüse ist ein wichtiges Organ für den ganzen Stoffwechsel. Darüber könnte man einen ganzen Schilddrüsenworkshop halten.

  2. Eliane Zimmermann
    Reply

    Super-Hinweise! Und wundervolle Seite! Wir leben seit 17 Jahren am Meer in Südwest-Irland und bekommen die Umweltsauereien, Lügen und Gesundheitsgefährdungen durch die Lachsindustrie und die Muschelindustrie hautnah mit, sozusagen im Vorgarten. Es ist zum Verzweifeln, vor allem wie verlogen so genannter „Bio“-Lachs ist. Wir haben eine Arzt in der Kritiker-Gruppe, er rät auch Schwangeren und Kleinkindern davon ab, jede Form von Zuchtlachs zu verspeisen. Leider werden durch die Lachs-„Farmen“ auch die Wildlachse dezimiert, ein Teufelssystem. Wundervolle Blogseite! [ich bin (Fach) Buchautorin, seit 2008 Bloggerin für wissenschaftlich orientierte Aromatherapie und andere Gesundheitssthemen, seit letzten Jahr mit der Gruppe ‚aromaMAMA‘ auf Facebook]

    • Kathrin Schwarze-Reiter
      Reply

      Danke Eliane für deinen netten Kommentar! Du hast so Recht, wir sollten viel weniger Fisch essen und mehr darauf achten, wo er herkommt!

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