Hebamme Rosa Peikert: Was tut man, wenn das Baby die Flasche verweigert?
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Hebamme Rosa Peikert: Was tut man, wenn das Baby die Flasche verweigert?

Es bringt Eltern schier zum Verzweifeln: Das Baby nimmt einfach keine Flasche! Hebamme Rosa Peikert hat ein paar Tipps, wie es doch klappen kann.
Endlich – das Baby ist etwas größer und aus dem Gröbsten raus – will man mal wieder weggehen. Ins Kino, wo kein Handyempfang ist oder in die Oper, wo das Handy nur stört. Die Oma oder der Babysitter sollen die Flasche geben.

Vorher ein Testlauf.

Doch dann die Ernüchterung: Das Baby dreht den Kopf weg, kneift die Lippen zusammen oder spuckt die Milch wieder aus. Keine Chance.

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Viele Eltern in meinem Freundeskreis haben oder hatten dieses Problem, das sich durchaus zu einer handfesten Krise auswachsen kann. Denn die Mutter kann ja nicht länger als ein bis drei Stunden weg vom Kind oder sitzt immer auf glühenden Kohlen. Kein zweisames Abendessen, kein konzentriertes Vorstellungsgespräch.

Daher habe ich meine Hebamme Rosa Peikert, die auf meinem Blog die Neugeborenenfragen beantwortet, gefragt:

Hebamme Rosa Peikert erklärt, wie man Babys an die Milchflasche gewöhnt

Hebamme Rosa Peikert erklärt, wie man Babys an die Milchflasche gewöhnt

Warmemilchmithonig.de: Was kann man tun, wenn Babys auf keinen Fall aus der Flasche trinken wollen?

Rosa Peikert: „Das „Problem“ kommt immer wieder vor. Leider gibt es nicht „die eine“ Lösung. Es kommt natürlich drauf an, ob man nur mal einen Abend weggehen will oder komplett Abstillen will. Auf jeden Fall braucht man Zeit!

Wichtig ist, dass man das Füttern aus der Flasche in Ruhe probiert, und nicht verzweifelt, wenn es nicht gleich klappt.
Man kann dem Kind verschiedene Sauger, Flaschentypen, Trinklernflaschen, normale Gläser oder Becher anbieten. Manche Babys mögen nämlich die Flaschen mit Sauger nicht und trinken lieber gleich aus einem kleinen Becher. Manche wollen die Sauger aus Kautschuk nicht, manche kein Silikon.

Meistens liegt es meiner Erfahrung nach aber eher daran, dass die Babys nicht früh genug an die Flasche gewöhnt werden. Man sollte deshalb nicht zu spät mit dem „aus der Flasche trinken“ beginnen. Am besten fängt man schon in den ersten Lebensmonaten an und bietet dem Kind einmal täglich etwas aus der Flasche an. Es muss ja nicht Milch sein, sondern kann auch abgekochtes Wasser sein. Dabei stillt man das Kind nicht ab, keine Angst.

Warmemilchmithonig.de: Wie lange sollte man versuchen, dem Baby die Flasche zu geben?

Rosa Peikert: „Falls das Kind nicht trinkt, sollte man nicht verzweifeln und gleich wieder die Brust geben. Immer wieder ohne Druck neu probieren. Notfalls mehrmals täglich. Dabei sollte man ganz ruhig bleiben und keine genervten Kommentare geben oder sich ärgern. Das merkt das Baby.

Etwas anderes ist es natürlich, wenn die Umgewöhnung schneller gehen soll. Ich habe neulich auf meine dreimonatige Nichte aufgepasst, die ausschließlich gestillt wird. Sie wollte die Flasche partout nicht nehmen! Anfangs hat sie sich mit Kuscheln zufrieden gegeben und sich beruhigt, aber als der Hunger zu groß war, hat sie die Flasche doch genommen. Es ist natürlich nicht der perfekte Weg, die Kinder so richtig hungrig werden zu lassen. Aber manchmal gibt es Situationen, in denen es nicht anders geht. Besser und stressfreier ist es natürlich, wenn man die Möglichkeit hat alles ohne Druck zu probieren.“

Warmemilchmithonig.de: Und was schmeckt den Babys besser? Muttermilch oder Fertigmilch?

Rosa Peikert: „Keine Frage: Muttermilch. Sie schmeckt immer besser und süßer als jede Fertigmilch. Daher würde ich lieber, wenn das Stillen gut klappt, abpumpen. Wenn sich ein Baby an Muttermilch aus der Flasche gewöhnt hat, wird es später auch die Fertigmilch daraus trinken.“

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