5-Sekunden-Regel: Wie lange darf man Essen vom Boden aufheben?
Gesund bleiben

5-Sekunden-Regel: Wie lange darf man Essen vom Boden aufheben?

Eins, zwei, drei, vier, dreckig? Ist das so oder darf man das Bananenstück oder die Toastscheibe gar nicht mehr essen, wenn sie auf dem Küchenboden gelandet ist? Welche Lebensmittel man noch aufheben darf und welche nicht, erkläre ich Euch hier.

Durch unsere Küche könnte man eigentlich jeden Abend ein Tatortteam trampeln lassen. Der Boden sieht wie das Paradies vom Krümelmonster aus. Ständig plumpst was auf den Boden oder wird absichtlich auf den Boden geworfen. Pflatscht ja so schön! Ganz fies sind Bananenstücke. Wenn man in die reintritt, klebt die ganze Schuhsohle. Oder Marmeladenbrote. Oder Müsli mit Milch. Oder Mangostücke.

Am liebsten mag ich eigentlich Nudeln auf dem Boden, denn die muss man nur lange genug liegen lassen, dann ziehen sie sich so zusammen und werden trocken. Man braucht sie nur aufzuheben.

Aber darf man Essen, das auf den Boden gefallen ist, noch essen?

Meine Schwiegereltern sagen es ganz oft: „Runtergefallen? Macht doch nix! Wenn man es innerhalb von fünf Sekunden wieder aufhebt, kann man es noch essen.“ Stimmt das wirklich? Sind Bakterien wirklich so lahm?

Eins, zwei, drei, vier, dreckig!

Leider nein. Die kleinen Hausbewohner sind äußerst flink.
Wissenschaftler sind der 5-Sekunden-Regel mal auf den Grund gegangen und haben herausgefunden: Völliger Quatsch! Bakterien lassen sich keine fünf und auch keine drei Sekunden Zeit. Schlägt der Keks oder das Stück Banane auf dem Boden auf, dann sind sie auch sofort kontaminiert. Wie lange sie da liegen, spielt keine Rolle.

Doch ob man die Lebensmittel noch in den Mund stecken kann oder sofort wegschmeißen sollte, hängt vom Essen ab. Also von der Art des Fallguts, das da auf den Boden fällt. Denn feuchte Lebensmittel wie Bananenstücke, Pasta oder angelutschte Gummibärchen nehmen mehr Bakterien auf als trockene. Daher kann man Kekse ruhig essen, feuchte Bonbons lieber nicht.

Der Untergrund entscheidet über genießbar oder ungenießbar

Dann kommt es noch darauf an, auf welchen Boden das Essen fällt. Erstmal zur Beruhigung: Fußböden sind erstaunlich sauber. Viel sauberer als Computertastaturen, Einkaufswägen oder Putzschwämme. Es tummeln sich gar nicht so viele Bazillen unter unseren Füßen. Lediglich vor E.-coli-Bakterien muss man sich fürchten, die wir über unsere Schuhe ins Haus tragen. Denn draußen tritt man ja in allerhand: Kaugummis, Hundehaufen, Spuckepützen. Daher sollte man die Schuhe auch lieber gleich an der Haustür ausziehen.

Quizfrage: Auf welchem Boden siedeln nun mehr Bakterien? Auf dem Wohnzimmerteppich oder dem glatten Küchenfußboden?
Ganz eindeutig auf dem Küchenboden, denn auf glatten Oberflächen haben die Bakterien ein leichteres Spiel. Ein Teppich hinterlässt zwar Fusseln, aber nicht so viele Bazillen.

In diesem Sinne: Entscheidet selbst, was ihr noch essen wollt oder Euren Kindern gebt. Ein bisschen Dreck schadet ja nie (schon wieder so eine Großelternweisheit).

Ein Kommentar

  1. Eliane Zimmermann
    Reply

    Wir haben für diesen Fall unsere drei Hunde!!!! Aber im Ernst: Als unsere Jungs noch klein waren, haben wir sooo vieles nicht mitbekommen, was sie in den Mund nahmen, dass wir mit der Zeit großes Vertrauen in ihre Abwehrkräfte entwickelten. Denn es stimmt: Einkaufswagen-Griffe, Lichtschalter, Türklinken sind sowas von voll mit wildfremden Bakterien, und diese nicht schaden, dann sind die mikrobischen Hausbewohner allemal gut verträglich. Rein zufällig hat auch niemand von uns Allergien….

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