Was hilft gegen Fieber?
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Was hilft gegen Fieber?

Kinder haben schnell mal Fieber und auch Fieberkrämpfe sind nicht so bedrohlich wie sie aussehen. Dennoch ist ab einer bestimmten Temperatur Vorsicht geboten – dann wird es lebensgefährlich.

Es ist draußen nass und kalt. Drinnen dagegen warm und trocken. Zudem bekommt der Körper viel zu wenig Sonnenlicht und damit Vitamin D ab. Das Immunsystem ist am Boden und die Kinder sind ständig erkältet. Plötzlich wirken sie apathisch, die Stirn ist heiß, die Haut fahl und sie wollen nichts mehr essen. Das Thermometer gibt die Antwort: Erhöhte Temperatur! Doch ab wann hat ein Kind eigentlich Fieber und wann muss es zum Arzt? In diesem Artikel versuche ich all diese Fragen zu beantworten.

Warum haben Kinder erhöhte Temperatur?

Sehr schnell reagieren Kinder auf Infekte wie Masern oder Erkältungskrankheiten mit einer erhöhten Temperatur oder sogar Fieber. Ihr Körper kann die Temperatur noch nicht so gut regeln wie der Körper eines Erwachsenen. Er fährt die Temperatur hoch, um mit der Hitze eingedrungene Viren, Mikroorganismen oder Entzündungen zu bekämpfen. Fieber ist somit keine Krankheit, sondern die Antwort des Körpers auf eine Krankheit. Er bekämpft sie bereits, Fieber ist also etwas Gutes. In einer Studie Ende der neunziger Jahre bewiesen Wissenschaftler der University of Medicine and Dentistry of New Jersey, dass Patienten mit einer Blutvergiftung eher überlebten, wenn sie Fieber hatten. Daher – aber dazu später mehr – sollte man es auch nicht sofort mit Medikamenten bekämpfen.

Ab welcher Temperatur spricht man bei Babys von Fieber?

Die normale Körpertemperatur bei Babys und Kleinkindern liegt bei etwa 36,5 bis 37 Grad. Steigt sie nur leicht bis maximal 38 Grad, spricht man lediglich von erhöhter Temperatur. Ab 38 Grad Körpertemperatur hat ein Baby dann Fieber. Unbedingt zum Arzt sollte man mit Kindern ab 38,5 Grad, bei Babys am besten schon ab 38 Grad. Dann kann es nämlich wegen des Flüssigkeitsverlusts bedrohlich werden und ab 41 Grad besteht Lebensgefahr.

Normale Temperatur 36,5 – 37 Grad
Erhöhte Temperatur Bis 38 Grad
Fieber Ab 38 Grad
Hohes Fieber Mehr als 39 Grad
Lebensbedrohliches Fieber Ab 41 Grad

Interessantes am Rande: Wüsstet Ihr, dass eine Taube erst ab 41 Grad Fieber hat und ein Frosch schon ab 35 Grad?

Die Fieberphasen
Diese Informationen habe ich unter anderem von den Ratgeberseiten von www.baby-walz.de übernommen, die dort in Zusammenarbeit mit Experten gegeben werden. Die sind sehr fundiert gemacht und Ihr findet dort gute Infos zu allen möglichen Themen rund um Kindergesundheit und -ernährung.

  • Fieberanstieg
    Um Krankheitserreger abzutöten, fährt der Körper die Temperatur hoch. Dazu wird weniger Wärme über die Haut abgegeben, deshalb fühlen sich vor allem die Hände von Kindern kalt an. Der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren und die Muskeln ziehen sich zusammen, um für einen weiteren Wärmeanstieg zu sorgen. Das ist dann der berühmte Schüttelfrost.
    Manchmal wirken die Kinder jedoch noch lange sehr fit, laufen und springen herum, erst allmählich merkt ihr Körper, dass er Ruhe braucht.
  • Die Fieberhöhe
    Der Körper hat die notwendige Temperatur erreicht. In dieser Phase ist den Kindern nicht mehr kalt, stattdessen schwitzen sie nun deutlich. Oftmals haben sie jetzt vermehrt Durst. Haut und Schleimhäute sind eher trocken, die Augen hingegen glänzen. Die Kinder atmen manchmal auffällig laut, viele stoßen mit jedem Atemzug einen Seufzer aus. Die Haut an den Gliedmaßen ist allgemein kühl, die Augen wirken müde, das Gesicht scheint eher blass. Anders als die Gliedmaßen sind hingegen Bauch und Nacken besonders warm oder sogar heiß.
  • Der Fieberabfall
    Während das Fieber wieder sinkt, wird der Körper des Kindes auffällig rot, die Haut wird nun stark durchblutet. Die Kleinen schwitzen nach wie vor sehr. Oftmals leidet der Kreislauf unter dieser Situation stark, was bei Kindern schnell zu Ängsten oder ungewohnter Unruhe führen kann.

Fieberkrämpfe

Die sind furchtbar einschüchternd. Als Eltern kann man nur hoffen, sie niemals zu erleben. Fieberkrämpfe treten vor allem im Kleinkindalter ab dem 7. Lebensmonat bis zum 5. Lebensjahr häufig in Verbindung mit vorangegangenen Impfungen oder dem Drei-Tage-Fieber auf. Etwa drei Prozent aller Kinder müssen einmal diese Erfahrung machen. Während eines solchen Fieberkrampfes wirken die Kinder apathisch, krampfen und sind kaum ansprechbar, manche werden sogar bewusstlos. Für Eltern sind die oft minutenlang andauernden Krämpfe sehr erschreckend. Senkt man jedoch das Fieber schnell, sind diese Krämpfe jedoch in der Regel nicht lebensgefährlich. Die Gefahr besteht vielmehr darin, dass sich die Kinder verletzen, wenn sie während des Fieberkrampfes plötzlich zucken oder stürzen.
Ganz wichtig: Ärzte raten, dass man nach einem Fieberkrampf auf jeden Fall zum Arzt sollte, um mögliche Verletzungen und Spätfolgen auszuschließen.

Drei-Tage-Fieber

Aus dem Nichts schießt die Temperatur nach oben, das Kind hat drei Tage Fieber und dann sinkt die Temperatur eben so schnell wieder. Danach kommt ein Hautausschlag und die Kinder sind immer noch ziemlich quengelig und erschöpft. Das Drei-Tage-Fieber ist eigentlich harmlos, macht vielen Eltern aber ebenfalls Angst. Man muss jedoch nicht zum Arzt, wenn die Temperatur nicht über 39 Grad steigt. Das Drei-Tage-Fieber ist eine ungefährliche Virusinfektion durch Herpesviren. Ganz wichtig ist, dass die Kinder viel trinken, weil sie viel Flüssigkeit verlieren. Tröstlich: Wer sich einmal mit dem Erreger angesteckt hat, ist sein Leben lang gegen eine Neuinfektion immun und kann nicht erneut daran erkranken.
Wenn sich Erwachsene anstecken, bekommen sie meist grippeähnliche Symptome mit Halsweh und Schnupfen. Also auch noch sooo schlimm…

Wann sollte ich mit meinem fiebernden Kind einen Arzt aufsuchen?

Fieber ist in der Regel zu Hause ganz gut in den Griff zu bekommen. Bei einigen Anzeichen sollten Sie jedoch den Rat eines Arztes einholen:

  • Wenn Ihr Baby extrem unruhig ist oder apathisch wirkt
  • Wenn Ihr Baby jünger als 3 Monate ist
  • Wenn die Temperatur bei Babys und Kleinkindern über 38,5 Grad steigt (zur genaueren Bestimmung am besten rektal messen)
  • Wenn das Fieber bei Kindern bis zu zwei Jahren länger als einen Tag bzw. bei älteren Kindern länger als 3 Tage anhält
  • Wenn weitere Krankheitssymptome wie Teilnahmslosigkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen oder Hautausschläge auftreten
  • Wenn Ihr Kind das Trinken verweigert
  • Wenn Fieberkrämpfe auftreten
  • Wenn ihr Kind trotz fiebersenkender Medikamente und/ oder fallender Temperatur weiterhin apathisch oder unnormal reagiert

Wie messe ich am besten Fieber?
Einen guten Übersichtsartikel zur Wahl des richtigen Fieberthermometers (rektal, unter der Zunge, unter der Achsel, Ohr oder Stirn) findet Ihr auf www.baby-walz.de/kalte-jahreszeit.
Was senkt das Fieber?

Eine neue Studie zeigt: Ibuprofen senkt Fieber bei Kindern schneller als Paracetamol. Die Wirkung lässt aber rascher nach, weshalb man in Absprache mit dem Arzt beide Medikamente zusammen oder nacheinander geben sollte, um Kinder am längsten fieberfrei zu halten – stellen Wissenschaftler im Britischen Ärzteblatt BMJ fest. Achtung: Nicht immer ist es gut, Fieber sofort zu senken, da es eine wichtige Funktion ist, um Krankheiten zu bekämpfen.
Trotzdem ist mir ganz wichtig: Ich möchte hier keine Empfehlungen für Medikamente geben, bitte sprecht das mit dem Kinderarzt ab.

Wirksame Hausmittel gegen Fieber bei Kindern

  • Wadenwickel
    Warme, nasse Wickel um die Waden kleiner Kinder oder ein feuchter Waschlappen über dem Körper eines Babys können helfen, um die Körpertemperatur schnell zu senken. Die verdunstende Feuchtigkeit der Tücher sorgt hierbei für einen schnellen Kühlungseffekt. Zusätze im Wasser wie Essig oder Zitronensaft verstärken diese Wirkung. Es ist dabei jedoch wichtig, die Körpertemperatur regelmäßig zu messen, um eine Unterkühlung zu vermeiden. Die Wickel sollten alle 10 Minuten erneuert werden. „Zur Behandlung von leichtem Fieber eignen sich kalte Wickel tatsächlich gut“, sagt Jörn Klasen, Leiter des Zentrums für individuelle Ganzheitsmedizin am Asklepios Westklinikum Hamburg, in einem Interview mit Spiegel Online (http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/mythos-oder-medizin-wadenwickel-helfen-gegen-fieber-a-907170.html). „Für 20 bis 30 Minuten angewendet, bewirken die Wickel schon einen Temperaturrückgang von etwa einem Grad“, so Klasen.
  • Pulswickel
    Die Wirkung ist ähnlich den Wadenwickeln. Durch die Positionierung an Hand- oder Fußgelenken soll insbesondere der Blutkreislauf und damit der Körper noch schneller gekühlt werden.
  • Zimmer kühl halten
    Wenn Ihr Kind fiebert, achten Sie darauf die Zimmer nicht zu stark zu heizen.
  • Viel trinken
  • Dünne oder warme Kleidung
    Schwitzt Ihr fieberndes Kind besonders stark, ziehen Sie es dünner an und decken Sie es nur mit einem leichten Laken zu. Wenn Ihr Kind friert, insbesondere wenn es Schüttelfrost hat oder zittert, ziehen Sie es dicker an oder decken Sie es mit einer zweiten Bettdecke zu. Staunässe unterhalb der Kleidung sollten Sie unbedingt vermeiden. Im Zweifelsfall ist es ratsam, die Kleidung häufiger zu wechseln.

Nun bleibt mir nur noch zu wünschen: Gute Besserung!

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