Zahnarzt Budde: Wie bewahre ich meine Kinder vor Karies?
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Zahnarzt Budde: Wie bewahre ich meine Kinder vor Karies?

Ich freue mich: Ab jetzt werden auf warmemilchmithonig.de Medizin-Experten spannende Gesundheitsfragen beantworten, die ich ihnen stelle, die die Spezialisten in einem Gastbeitrag beschreiben oder die Ihr, liebe Leser, wissen wollt (schreibt mir gerne Eure Fragen).

Den Anfang in meinem Expertengremium macht Zahnarzt Lars Christian Budde aus Hamm.

Er bloggt selbst auf http://www.zahnarzt-budde-mattsson.de. Schaut Euch seinen Blog unbedingt mal an. Er beantwortet in diesem Gastbeitrag die Frage, wie man Kinder vor Karies schützt und warum es besser ist, einmal am Tag viel Schokolade zu essen:

 

Wie bewahre ich meine Kinder vor Karies?

Jeder Mensch besitzt Milliarden von Bakterien in seiner Mundhöhle. Wenn diese Kleinstlebewesen mit Zucker in Berührung kommen, entstehen nach wenigen Sekunden Säuren, die den Zähnen schaden können.

Wiederholt sich dieser Vorgang häufig am Tag, wird zuerst der Zahnschmelz, dann das Zahnbein und zum Schluss der ganze Zahn zerstört.

→ Vereinfacht kann man sagen: Treffen Mundbakterien und Zucker aufeinander, entstehen
Säuren, die Karies verursachen.

 

Möglichst selten Zucker

Kinder essen viele Süßigkeiten, daher ist es wichtig darauf zu achten, wie viel Zucker sie an einem Tag zu sich nehmen. Für die Karies-Entstehung ist besonders die Häufigkeit von Säureangriffen entscheidend – also wie oft man Zucker isst.

Es ist nämlich für die Zähne weniger schädlich, wenn man viel Zucker auf einmal verzehrt, als kleinere Mengen über den ganzen Tag verteilt.

Das bedeutet, dass die Zwischenmahlzeiten nicht mehr aus Bonbons, Kuchen, Schokolade, Schnitten oder Limonade bestehen sollten. Auch Bananen oder getrocknete Früchte enthalten viel Zucker, der an den Zähnen kleben bleibt. Besser sind Obstsorten, die einen geringen Zuckeranteil haben. Auch gut sind Brot und Brötchen mit Butter oder Margarine, Käse, Quark oder magerer Wurst, Milch, ungezuckerter Tee oder Mineralwasser.


Zahnfreundliche Süßigkeiten

Für Kinder, die unbedingt zwischen den Mahlzeiten naschen wollen, gibt es spezielle Süßigkeiten, die Zuckeraustauschstoffe wie Xylit, Sorbit oder Isomalt enthalten. Diese schmecken trotzdem süß, sind aber für die Zähne wesentlich weniger schädlich.

Am besten sind die Süßigkeiten, die das Zeichen „Zahnmännchen mit Schirm“ besitzen.

Das Zahnmännchen zeigt, dass wissenschaftlich bewiesen wurde, dass diese Süßigkeiten keinen Karies verursachen. Denn Achtung: Nur weil „zuckerfrei“ darauf steht, ist ein Produkt nicht gleich zahnfreundlich.

 

Ein sauberer Zahn wird nicht krank

Mundbakterien produzieren Säuren nicht nur aus Zucker, sondern auch aus Kohlenhydraten – wie zum Beispiel aus Stärke, die in Brot und Teigwaren enthalten ist. Dafür benötigen die Mundbakterien jedoch einige Zeit.

Daher sollte man nach JEDER Mahlzeit seine Zähne gründlich putzen und abends nochmal zusätzlich die Zahnzwischenräume mit Zahnseide säubern.

Das Zähneputzen ist nicht nur für die Gesundheit gut, sondern hilft auch gegen Mundgeruch.

 

Fluorid macht Zähne haltbarer

In vielen Zahnpasten, Gelen, Mundspüllösungen, Mundwässern oder Tabletten ist Fluorid enthalten. Ebenso kann der Zahnarzt einen Fluoridlack auf die Zähne auftragen. Fluorid beschleunigt die Remineralisation.

Das bedeutet: Kleine Zahnschäden, die durch Säuren verursacht wurden, werden repariert. So halten die Zähne länger.

 

Allgemeine Zahntipps: So bleiben Zähne gesund

→ möglichst selten zuckerhaltige Nahrungsmittel essen

→ „Zwischenmahlzeiten“ sollten grundsätzlich zuckerfrei sein

→ nach den Mahlzeiten und nach zuckerhaltigen „Zwischenmahlzeiten“ gründlich die Zähne
putzen

→ regelmäßig Fluorid anwenden

→ zweimal jährlich zur Kontrolle und zur Individualprophylaxe zum Zahnarzt, auch wenn nichts
weh tut

 

2 Kommentare

  1. Amalia B
    Reply

    Vielen Dank für die Tipps. Es ist wichtig auch bei Kindern schon auf den Zuckerkonsum zu achten. Das wird einem jede Zahnarztpraxis bestätigen.

    • mmueller
      Reply

      Liebe Amalia B, ich danke dir, dass du so oft meine Artikel kommentierst und mir so oft Feedback gibst. Das gibt mir immer wieder Anregungen für neue Artikel.
      Liebe Grüße, Kathrin

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