Vorsicht: Giftiges Grün!
Draußen spielen

Vorsicht: Giftiges Grün!

Kurz mal nicht hingeschaut und schon hat das Kind ein Blatt im Mund. Doch was ist das für eine Pflanze? Ist sie eventuell sogar giftig? So erkennt man gefährliche Pflanzen und so reagiert man bei einer Vergiftung!

Alle sind in den Sommerferien und viel draußen. Die Kinder dürfen im Bach plantschen, über die Wiese rennen und die Umgebung erkunden. Das ist wichtig, doch nicht immer ungefährlich. Denn in Parks oder in der freien Natur gibt es einige Pflanzen, die wirklich giftig sind. Drinnen ist es also sicherer? Nein, auch einige Topfpflanzen sollte man lieber verschenken, wenn man Kinder hat. Ich habe mal nachgesehen, welche dies sind und wie man bei einer Vergiftung reagiert:

 

Giftpflanzen im Haus
Dieffenbachie und Weihnachtsstern
Alpenveilchen (Die Wurzeln sind extrem giftig: Verschluckt Ihr Kind kleine Stückchen der Knolle, kann es zu Erbrechen und Durchfall kommen. In schweren Fällen sogar zu Krampfanfällen und Lähmungen.)
Giftpflanzen in Garten und Natur
Blauer/Gelber Eisenhut
Engelstrompete, Goldregen
Herbstzeitlose, Tollkirsche
Gefleckter Aronstab
Gemeiner Efeu (Vor allem die Blätter und die Beeren sind giftig. Isst man die Beeren kann der Rachen brennen und es kann zu Erbrechen oder Durchfall kommen. Fassen Kinder die Blätter lange an, kann sich die Haut entzünden.)
Gemeine Eibe (Die Samen der Eibe sind extrem giftig, sie können im schlimmsten Fall zur Bewusstlosigkeit führen.)
Roter/Gelber Fingerhut
Lebensbaum-Arten (Die sogenannte Thuja wird oft als Hecke gepflanzt – ich selbst habe als Kind immer hinter einer gespielt. Was ich damals nicht wusste: Die Zapfen und die Nadeln sind ziemlich giftig, sie können die Haut reizen und sogar zu Krampfanfällen oder Nierenschäden führen.)
Kartoffelkraut
Kirschlorbeer/Lorbeerkirsche
Christrose (Wer sie isst, kann ein Kratzen in Mund und Rachen spüren oder unter Erbrechen, vermehrtem Speichelfluss, Bauchschmerzen, Durchfall und weiten Pupillen leiden.)
Feuerbohne/Gartenbohne, Robinie
Oleander (Essen Kinder Teile der Pflanze kann es zu Erbrechen, in schweren Fällen zu kolikartigen Bauchschmerzen und zu Herzrhythmusstörungen kommen.)
Sadebaum/Sevenstrauch, Riesen-Bärenklau
Buchsbaum, Buschwindröschen
Eberesche/Vogelbeerbaum, Gewöhnliche Heckenkirsche
Gemeiner Liguster, Schneebeere/Knallerbse
Ilexstrauch/Stechpalme, Schwarzer Holunder
Maiglöckchen (Alles an der Pflanze ist giftig. Die Folge Durchfall, Erbrechen, sogar Herzrhythmusstörungen.)

Scharfer Hahnenfuß/Butterblume

 

Was tut man, wenn das Kind Blätter oder Blüten von giftigen Pflanzen gegessen hat?

Auf jeden Fall sollte man ruhig bleiben und das Kind nicht zusätzlich aufregen. In den meisten Fällen ist das Verschlucken von Pflanzenteilen nämlich harmlos, weil Kinder ja keine großen Mengen essen.

Trotzdem sollte man lieber die Giftinformationszentrale anrufen (die Liste der Giftnotrufe gibt es hier: http://www.bvl.bund.de/DE/01_Lebensmittel/03_Verbraucher/09_InfektionenIntoxikationen/02_Giftnotrufzentralen/lm_LMVergiftung_giftnotrufzentralen_node.html) und möglichst genau schildern, um welche Pflanze es sich handelt. Wichtig ist auch, welche Pflanzenteile das Kind gegessen hat (wenn man dies weiß), wie viel es gegessen bzw. ausgespuckt hat, ob schon Symptome aufgetreten sind und was man bisher unternommen hat. Der Giftnotruf sagt einem dann, wie man reagieren sollte.

Zum Arzt oder in die Klinik?

Das muss man nur, wenn bereits starke Vergiftungserscheinungen wie heftige Übelkeit, Benommenheit oder andere Symptome auftreten. Eine gute Idee ist es dann, Zweige oder Blüten der Pflanzen oder die Pilze mitzubringen, damit man eindeutig feststellen kann, was das Kind da gegessen hat. Trotzdem: Lieber einmal zu viel in die Klinik als einmal zu wenig.

 

Was kann man zu Hause gegen die Vergiftung tun?
Die Schleimhaut spülen und das Gift verdünnen:
Man kann dem Kind ein Glas Tee oder kohlensäurefreies Wasser zu trinken geben. Das Gift wird dadurch von den empfindlichen Schleimhäuten des Rachens gespült und verdünnt.
Das Gift binden:
Kohle bindet das Gift, das zusammen mit der Kohle nach drei bis vier Stunden ausgeschieden wird. Daher hat man am besten immer Aktivkohle aus der Apotheke zu Hause. Als Richtwert gilt: 1 g Kohle pro Kilogramm Körpergewicht des Kindes. Kohletabletten werden zerdrückt und in Wasser aufgelöst, Kohlegranulat wird mit Wasser versetzt und geschüttelt.
Die Augen spülen:
Haben sich Kinder Pflanzen- oder Beerensaft in die Augen gerieben, sollte man die Augen mindestens 10 Minuten unter fließendem Wasser spülen, anschließend sofort einen Augenarzt aufsuchen.

Quellen: http://das-sichere-haus.de/fileadmin/user_data/Broschueren/Kinder/DSH_Achtung_Giftig.pdf

http://www.bug-nrw.de/cms/upload/pdf/sicherheit/giftpflanzen06.pdf

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