Eine echt harte Nuss
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Eine echt harte Nuss

Was hilft gegen Nussallergie? Nüsse vermeiden? Nein, im Gegenteil: Nüsse essen!

Genauer gesagt: Erdnüsse! Wenn Kinder vom ersten bis fünften Lebensjahr mindestens sechs Gramm Erdnüsse in der Woche essen, entwickeln sie wesentlich seltener eine Erdnussallergie. Das haben Wissenschaftler des amerikanischen National Institutes of Allergy and Infectious Diseases gerade in der LEAP-Studie gezeigt.

Werden wir mal etwas genauer: Nur 1,9 Prozent der Kinder, die bis zum fünften Geburtstag Erdnüsse gegessen hatten, zeigten eine allergische Reaktion. Unter den Kindern, die in den ersten fünf Lebensjahren auf Erdnüsse verzichtet hatten, lag die Allergiequote bei 13,7 Prozent.

Dauerhaft weniger Allergien

Die Forscher interessierte nun, ob die Effekte auch dauerhaft bestehen bleiben. Sie baten 550 Kinder der Studie – egal ob Erdnuss- oder Vermeidungsgruppe – von nun an auf Erdnüsse zu verzichten. Siehe da – 4,8 Prozent aus der Erdnussgruppe und 18,6 Prozent aus der Vermeidungsgruppe reagierten allergisch auf Erdnüsse. Das bedeutet, dass in beiden Gruppen im Laufe des Jahres drei weitere Kinder zu Erdnussallergikern geworden waren, weil sie keine Erdnüsse mehr gegessen hatten.

Es reicht wohl aus, wenn Kinder vier Jahre lang immer wieder Erdnüsse essen, um eine stabile Immuntoleranz gegenüber der Erdnuss zu entwickeln. Das könnte so auch bei Gräsern oder Bienengift wirken, würde aber wahrscheinlich länger als vier Jahre dauern, vermuten die Forscher.

Mehr Getreide, weniger Zöliakie

Andere Studien haben zum Beispiel gezeigt, dass Kinder wesentlich seltener eine Glutenunverträglichkeit entwickeln, wenn sie als Babys bis zum sechsten Monat unterschiedliche Getreidesorten gefüttert bekamen.

Die Lehre aus den Studien: Kinder müssen vermutlich von allem viel und oft kosten, um keine Allergie oder Unverträglichkeit dagegen zu entwickeln. Aber Achtung: Besonders an Erdnüssen können sich Kinder böse verschlucken. Daher immer beim Essen dabei sein und in Ruhe snacken lassen.

Quellen: http://www.leapstudy.co.uk/
N Engl J Med 2016; 374:1435-1443

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