Kinder sind am stärksten mit Glyphosat belastet
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Kinder sind am stärksten mit Glyphosat belastet

Heute beraten Vertreter der EU-Staaten über eine erneute Zulassung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat. Eine Studie zeigt, dass vor allem Kinder das wohl krebserregende Herbizid im Körper haben.

Die Bauern sind beim Umgang mit Glyphosat genauso gespalten wie die Politik: Die einen halten den Unkrautvernichter für unverzichtbar, die anderen für gefährlich und überflüssig. Doch fast jeder kommerzielle Betrieb nutzt heute das Unkrautvernichtungsmittel, das im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Denn man muss dadurch nicht mehr pflügen. Weniger Unkraut bedeutet weniger Arbeit und weniger Bodenerosion, aber auch mehr Schadstoffe in den Lebensmitteln. Nur Bio-Bauern dürfen das Pflanzenschutzmittel nicht verwenden.

Vegetarier und Veganer sind am wenigsten belastet, Kinder am stärksten

Und die sind immens: Eine Studie hat vor kurzem gezeigt, dass fast jeder Deutsche Rückstände von Glyphosat im Urin hat. Männer sind stärker belastet als Frauen. Und noch stärker: Kinder.  Vegetarier und Veganer hingegen haben die wenigsten Rückstände im Urin. Rückschlüsse, warum das so sein könnte, ziehen die Autoren der Studie nicht.

Die Bürgerinitiative Landwende und die Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin hatten für die Studie Urin-Proben von rund 2000 Testpersonen untersucht. Demnach sind die Glyphosatrückstände im Urin bei 75 Prozent der Probanden mit mindestens 0,5 μg pro Liter fünfmal so hoch wie der Grenzwert für Trinkwasser mit 0,1 μg pro Liter. Insgesamt ließen sich bei 99,6 Prozent der Probanden Rückstände nachweisen.

5000 Tonnen auf deutschen Äckern

Menschen kommen mit dem Herbizid über Lebensmittel, Trinkwasser oder die Arbeit in der Landwirtschaft in Kontakt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sieht keine Gefahr für die Gesundheit. Verschiedene Studien weisen jedoch darauf hin, dass Glyphosat Krebs verursachen könnte.

Glyphosat ist seit rund 40 Jahren auf dem Markt und steckt in vielen Pflanzenschutzmitteln. Rund 5000 Tonnen Glyphosat landen jährlich auf deutschen Äckern, das sind 15 Prozent der gesamten Pestizidmenge. Die EU-Kommission will die Zulassung bis 2031 verlängern.

 

Vor einigen Monaten habe ich schon einmal einen Artikel über Glyphosatrückstände in der Muttermilch geschrieben: http://warmemilchmithonig.de/2015/09/glyphosat-gift-in-der-milch/

 

Quelle: Ärztezeitung, dpa

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