Gift in Reiswaffeln
Krank sein

Gift in Reiswaffeln

Sie sind die beliebte Quengelablenkung in der Tram und der kleine Hungerstiller vor dem Abendessen: Reiswaffeln. Manche Kinder haben ständig eine in der Hand. Doch nun kam raus: Reiswaffeln sind mit Arsen belastet.

Das Gift haben die Überwachungsbehörden der deutschen Bundesländer schon im Sommer 2015 in den Waffeln und anderen Reisprodukten gefunden. Irgendwie hat das niemand mitbekommen, daher für mich ein Grund das hier nochmal zu bloggen.

Genauer gesagt sind die Waffeln mit anorganischem Arsen belastet, das in größeren Mengen gesundheitsgefährdend ist. Der Grund ist, dass der Reis meist aus Asien stammt. Dort sind das Grundwasser und die Böden in den Anbaugebieten mit dem Gift angereichert. Arsen kommt nämlich ganz natürlich überall auf der Welt im Boden vor – doch durch die Verbrennung von Erdöl oder Kohle, die in Asien noch viel genutzt wird, nimmt die Konzentration in den Pflanzen zu. Hinzu kommt, dass die Kontrollen in asiatischen Ländern oft nicht sehr streng sind.

Miss Marples Gift

Im September 2015 hat die schwedische Lebensmittelbehörde dann 102 Reisprodukte untersucht. Heraus kam, dass der Arsengehalt stark von Produkt zu Produkt schwankt. Reiswaffeln waren von allen Reisprodukten am stärksten belastet – also ausgerechnet der beliebte Kinderwagensnack. Vollkornreis ist dabei sogar noch giftiger als weißer Reis, da sich Arsen vor allem in der Schale anlagert und die ist beim Vollkornreis ja noch dran. Ob das Produkt Bioqualität hatte oder nicht, machte keinen Unterschied.

Zwar war der Arsen-Wert nie so hoch, dass er eine akute Vergiftung auslösen könnte (dabei wird einem übel, man muss erbrechen und kann schließlich ein Leber- und Nierenversagen erleiden). Kein Kind – auch wenn es noch so viel davon nascht – wird also an den Reiswaffeln sterben. Trotzdem will man so kleine Körper ja keinem Gift aussetzen, mit dem zu Miss Marples Zeiten ungeliebte Ehemänner um die Ecke gebracht wurden.

Keine Reiswaffeln für Kinder mehr

Die Schweden warnen: Bei regelmäßigem Genuss kann sich das Risiko für Krebs und andere Erkrankungen erhöhen. Schon in kleineren Mengen kann anorganisches Arsen zu Hautveränderungen, Herzkreislauferkrankungen und Gefäß- und Nervenschäden führen. Frühe Anzeichen für akute Vergiftungen mit Arsen sind Bauchkrämpfe oder Durchfall.

Und die Körper von Babys und Kleinkindern reagieren sogar noch empfindlicher auf Schadstoffe. Die Lebensmittelbehörde in Schweden rät deshalb, dass Kinder bis zu ihrem sechsten Geburtstag überhaupt keine Reiswaffeln essen sollten.

Das deutsche Bundesinstitut für Risikoforschung sieht das nicht ganz so strikt: Es gab bekannt, dass Babys und Kleinkindern nur gelegentlich Reiswaffeln, Reis, Reismilch, Reisflocken oder Reisbrei bekommen sollten.

Was dürfen Kinder dann knabbern?

Emma Halldin Ankarberg, Toxikologin der schwedischen Lebensmittelbehörde, rät zu einer vielseitigen Ernährung: „Das bedeutet, dass man Produkte verschiedener Marken kaufen sollte. Damit reduzieren wir das Risiko, gefährliche Substanzen zu konsumieren.“ Auf keinen Fall sollte man sich einseitig von Reis ernähren. Ein guter Ersatz sind Mais, Hirse, Buchweizen, Amaranth oder Quinoa. Kindern kann man zum Beispiel Maiswaffeln in die Hand drücken (leider auch nicht ohne Bedenken, denn diese können wiederum mit Acrylamid belastet sein).

Was tut die Politik gegen den giftigen Reis?

Seit Januar 2016 gelten in der EU neue, niedrigere Grenzwerte für Arsen. In Asien experimentiert man unterdessen, um die Arsenkonzentration in den Reispflanzen zu verringern. Die schwedischen Forscher empfehlen bis dahin, nur selten Reisprodukte zu essen. Wenn man dennoch nicht auf das Korn verzichten will, sollte man es in sehr viel Wasser kochen und das überschüssige Wasser danach weggießen – auf keinen Fall alles Wasser einkochen lassen. So konnte der Arsen-Gehalt um mehr als die Hälfte reduziert werden. Den Reis vor dem Kochen gründlich zu waschen, hat hingegen gar nichts geholfen.

Die Lehre daraus? Kindern nicht zu viele Snacks zwischendurch zu essen geben und lieber lokal hergestellte Snacks wie Fruchtschnitten, Fruchtpüree-Quetschies oder Dinkelkekse kaufen.

 

Quellen:

  • http://www.livsmedelsverket.se/en/about-us/press/study-reveals-problems-with-arsenic-in-rice-and-rice-products/
  • http://www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2015/14/reis_und_reisprodukte_enthalten_viel_anorganisches_arsen-194362.html

2 Kommentare

  1. Irenefaple
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    Vielen Dank an alle für eure Tipps!

  2. Best-Superfood-Bound
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