Wenn der Bauch weh tut…
Krank sein

Wenn der Bauch weh tut…

Man kann es kaum mitansehen, wenn sich Babys unter Bauchschmerzen krümmen. Deshalb habe ich Apotheker, Hebammen und einen Kinderarzt gefragt, wie man helfen kann.

Gerade bei Babys ist der Magen-Darm-Bereich noch unreif. Vor allem in den ersten drei Monaten krümmen sich die Kleinen manchmal vor Bauchschmerzen. Oft ist es am Nachmittag oder Abend am schlimmsten. Das Baby zieht die Beine an und schreit so lange, bis es einen hochroten Kopf bekommt. Obwohl viele Eltern davon überzeugt sind, ist es wissenschaftlich nicht belegt, dass Jungs wirklich mehr darunter leiden als Mädchen.

Zu viel Reize statt zu viel Luft?

Manche Wissenschaftler vermuten, dass nicht Blähungen die Ursache für die Bauchschmerzen sind, sondern die Reizüberflutung nach der Geburt. Für diese Theorie könnte sprechen, dass das Schreien am Nachmittag oder Abend verstärkt auftritt und vor allem Frühchen oder Kinder mit einer schweren Geburt dazu neigen. Die Theorie besagt, dass die Babys schreien, um die inneren Spannungen abzubauen. Hinzu kommt, dass sich der Magen-Darm-Trakt des Neugeborenen erst mal an die veränderte Nahrungsaufnahme und -verarbeitung nach der Geburt gewöhnen muss.

Egal was die Ursache ist, irgendetwas muss doch gegen die Bauchschmerzen helfen. Ich habe mich bei Apothekern, zwei Hebammen und einem Kinderarzt erkundigt:

Fliegergriff: Man legt das Baby bäuchlings auf den Unterarm, die Beine hängen herunter, so dass der Bauch sanft gedrückt wird. Manche Babys beruhigen sich so. Oft hilft auch das bloße Herumtragen oder regelmäßige Wippen auf einem Gummiball. Interessant ist, dass das Phänomen der Dreimonatskoliken bei Naturvölkern, die ihre Kinder ständig bei sich tragen, eigentlich unbekannt ist.

Foto von Eduardo Merille auf Flickr

 

Kirschkernkissen: Wenn man ein kleines Kirschkernkissen auf die Heizung oder in die Mikrowelle legt und es leicht (!) warm werden lässt, kann es Bauchschmerzen beruhigen. Bei gerade geborenen Säuglingen sollte man es allerdings nicht direkt auf den Bauch legen, sondern daneben, da es noch zu schwer sein kann.

Das schöne Kirschkernkissen oben auf dem Foto haben wir zur Geburt unseres Sohnes geschenkt bekommen. Es ist von dem Münchner Label www.chamue.de. Kathrin Schneider entwirft und näht lustige Nilpferde – die Kirschkernkissen Paulinchen oder Paula-Spieltiere.

Bäucherchen: Meist schlucken die Babys beim Trinken zu viel Luft. Daher ist es wichtig, dass sie hinterher ordentlich aufstoßen. Stillende Mütter sollten außerdem nicht zu stark blähende Speisen essen (wie Kohl, Hülsenfrüchte oder in Fett gebackenes – was einem nicht gut tut, muss aber jeder selbst herausfinden). Auch wenn ein Fenchel-Kümmel-Tee ziemlich ecklig schmeckt, wie ich finde, hilft er gut gegen den Blähbauch.

Bauchmassage mit Kümmelöl: Den Bauch im Uhrzeigersinn mit warmen Kümmelöl massieren (ruhig kräftig), kann ebenfalls gut tun. Allerdings mögen besonders ganz kleine Babys die Berührung am Bauch noch nicht.

Vitamin D: Manche Kinderärzte raten, dass man die Vitamin D-Tabletten morgens und nicht abends gibt, da das sonst die Blähungen verstärken könnte. Einige Kinder reagieren auch empfindlich auf das Milcheiweiß, das der Trägerstoff der Tabletten ist. Einfach die Tabletten mal weglassen und sehen, was passiert. Dann kann man auch auf Vitamin D in flüssiger Form ausweichen.

 

Sollten diese Hausmittel alle nicht helfen, ist es besser lieber einmal zu oft zum Kinderarzt zu gehen. Denn es kann auch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit (z.B. Allergie gegen Kuhmilch), eine Darmverschlingung oder eine Blinddarmentzündung der Grund für die Bauchkrämpfe sein – vor allem wenn Fieber, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung hinzukommen.

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