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Die Gesundheit von Erstklässlern wird immer besser. Und: Warum vor allem Cindys Heimat Berlin-Marzahn vorbildlich ist

Berliner Kindern geht es gut – das zeigen Daten der Einschulungsuntersuchungen in der Hauptstadt, an denen 2014 knapp 30.000 Jungen und Mädchen teilgenommen haben. Seit zehn Jahren geben die einen guten Überblick zur gesundheitlichen und sozialen Lage der Kinder, die kurz vor dem Schulbeginn stehen. Und damit auch in gewisser Weise für die Kinder im Rest der Republik…

Wichtigstes Ergebnis: Vieles hat sich verbessert. Die Kinder werden immer gesünder – jedoch sind dabei immer noch die sozialen Verhältnissen entscheidend.

Pluspunkt 1:
Die Früherkennungsuntersuchungen (U-Untersuchungen) werden zum Glück häufiger in Anpruch genommen. Der Grund sind vermutlich verbindliche Einladungen, die Eltern seit 2010 an die unregelmäßigen Termine erinnern.
85,4 Prozent der Schulanfänger hatten so im Jahr 2014 die U1 bis U8 vollständig absolviert. 2013 waren es nur 83,9 Prozent.

Pluspunkt 2: Nach der großen Impfdiskussion im vergangenen Jahr scheint es in Anfängen ein Umdenken bei den Eltern zu geben: Heute sind 91 Prozent der Berliner Kinder gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft. Trotzdem wird das Impfziel der WHO nach wie vor deutlich unterschritten, wonach 95 Prozent aller Kinder mit zwei Impfdosen gegen Masern geimpft sein sollen.
Cindy als Vorbild: Nur im Bezirk Marzahn-Hellersdorf wird das WHO-Ziel erreicht.

Pluspunkt 3: Die Zahl alleinerziehender Eltern ist von einem Drittel im Jahr 2005 auf ein Viertel im Jahr 2014 zurück gegangen. Mehr Kinder kommen also aus intakten Familien.

Pluspunkt 4: In zwei Drittel aller Haushalte wird nicht geraucht.

Pluspunkt 5: Weniger Kinder schauen über zwei Stunden täglich fern. Auch besitzen immer weniger Jungen und Mädchen nach den Angaben der Eltern einen eigenen Fernseher. 2014 waren es bei den Fünf- und Sechsjährigen noch 9,6 Prozent. 2005 lag der Prozentsatz bei stolzen 18,2 Prozent.

Minuspunkt 1: Zwar besuchten 87,5 Prozent der Kinder zum Zeitpunkt der Einschulungsuntersuchung seit mehr als zwei Jahren eine Kita, aber gerade Kinder aus sozial benachteiligten Familien und Kinder mit Migrationshintergrund kommen zu selten „in den Genuss eines längeren Kitabesuchs“, bedauert die Berliner Verwaltung. Und das, obwohl in Berlin die letzten Jahre im Kindergarten vor Schulbeginn nichts kosten.

96 Prozent der Kinder aus der oberen Sozialstatusgruppe besuchten länger als zwei Jahre einen Kindergarten, bei sozial benachteiligten Familien waren es dagegen nur 72 Prozent.

Gerade diese Gruppe hat aber mit Gesundheitsproblemen zu kämpfen: Viermal so viele Kinder sind hier übergewichtig oder adipös – und Bildung ist ein wichtiger Faktor für die Gesundheit. Auch bei den Tests zur motorischen, kognitiven und sprachlichen Entwicklung sind die Jungen und Mädchen aus sozial niedrigem Status häufiger auffällig.

Mehr Plus als Minus: Den Kindern geht es anscheinend besser, doch noch nicht gut genug. Vor allem die schwierige Integration der Flüchtlinge wird die Lage wieder verschärfen.

Quelle: Berliner Verwaltung

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