Lästige rote Pusteln – was man gegen Windpocken tun kann
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Lästige rote Pusteln – was man gegen Windpocken tun kann

Jeder kennt sie, aber kaum jemand weiß, wie gefährlich Windpocken sind und wie man das Jucken lindern kann.

Die roten Pusteln jucken wirklich unangenehm, sehen hässlich aus und manchmal platzen sie auch noch auf – Windpocken sind hochansteckend und befallen vor allem Kinder. Trotzdem sind sie meist harmlos, für Schwangere, Neugeborene und Menschen mit Immunschwäche können sie aber richtig gefährlich werden.

Daher sollte man Kinder und Jugendliche impfen lassen, sagt die Ständige Impfkommision (STIKO) seit 2004: Die 1. Dosis im Alter von 11 bis 14 Monaten, die 2. Dosis im Alter von 15 bis 23 Monaten. Vor den Impfungen gab es etwa 750.000 Neuerkrankungen pro Jahr. 95 Prozent aller Erwachsenen haben deshalb heute Antikörper im Blut.

Kann man Windpocken mehr als einmal bekommen?

Doch das Varicella-Zoster-Virus – es gehört zu den Herpes-Viren – kann mehrfach aufleben. Beim ersten Mal löst es die Windpocken (Varizellen) aus, beim zweiten Mal – bei Menschen über 50 – kann eine Gürtelrose (Herpes zoster) daraus werden.

Wann kann man sich anstecken?

Meist infiziert man sich im Winter und Frühling durch Tröpfchen- (Husten, Niesen, Ausatmen) oder Schmierinfektion (wenn man die aufgeplatzten Bläschen berührt). Bis zum Ausbruch der Krankheit dauert es im Durchschnitt 14 bis 16 Tage – eine echt lange Zeit. Der Hautausschlag dauert dann etwa drei bis fünf Tage, doch schon ein bis zwei Tage vor den Pusteln ist man ansteckend – wenn die eine Kruste haben, ist die Ansteckungsgefahr vorbei.

Was macht man gegen den Juckreiz?

  • Schwitzen vermeiden, daher lieber in kühler Umgebung aufhalten
  • Fingernägel schneiden, damit man die Bläschen nicht aufkratzt – sonst können Narben zurückbleiben
  • jeden Tag baden
  • juckreizstillende Medikamente (Anthistaminika)

Was kann im schlimmsten Fall passieren?

Ganz selten können Windpocken einen schweren Verlauf nehmen, daher sollten sich Infizierte von Schwangeren, Neugeborenen oder Menschen mit schwachem Immunsystem fernhalten.

Im schlimmsten Fall können sich die Blasen zusätzlich durch Bakterien infizieren, es kann eine lebensgefährliche Lungenentzündung oder eine Erkrankung des Nervensystems (wie Gehirnentzündung) entstehen oder das Herz, die Hornhaut, Gelenke oder Nieren betroffen sein. Wenn eine Schwangere in den ersten sechs Monaten an Windpocken erkrankt, kann es zu Hautveränderungen, Fehlbildungen des Nervensystems und Skeletts sowie Augenschäden beim Fötus kommen.

Solche schlimmen Folgen sind allerdings sehr selten. Trotzdem sollten sich ansteckende Kinder und Erwachsene unbedingt von anderen Menschen, vor allem von Kindergärten, Schulen und Altenheimen fern halten – wenn die Bläschen abgeheilt sind, besteht keine Gefahr mehr. Jeden Ausbruch von Windpocken muss man jedoch seit 2013 beim Gesundheitsamt melden.

Und wenn man keine Impfung hat?

Selbst wenn man nicht geimpft ist und mit einem Windpockenkranken in Kontakt gekommen ist, kann man noch etwas tun: Es gibt eine Passivimpfung.

Quellen: http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/V/Varizellen/Varizellen.html

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