Schnullerfee, Nunubaum und müde Stofftiere
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Schnullerfee, Nunubaum und müde Stofftiere

Spätestens mit zwei Jahren machen Kinder- und Zahnärzte Druck – der Schnuller muss weg. Ein paar Eltern haben mir ihre Tricks verraten.

Nuni, Peppi, Nucki oder Diddi – so nennen zumindest die Kinder, die ich kenne, ihre Schnuller. Oft sind sie für Eltern die letzte Rettung, wenn das Baby oder Kleinkind nicht zu beruhigen ist oder ewig nicht einschlafen mag.

Nicht gut für Zähne und Kiefer

In den letzten Jahren warnen aber immer mehr Kinder- und Zahnärzte vor den Kautschukdingern. Denn Kinder, die lange Jahre und sehr häufig schnullern, können Kiefer- und Zahnfehlstellungen bekommen. Manchmal lernen sie durch das störende Ding im Mund auch erst später oder undeutlicher sprechen. Logopäden beklagen auch oft, dass schnullernde Kinder Sprachstörungen bekommen könnten.

Spätestens mit zwei Jahre, raten Ärzte, sollte man anfangen mit dem Abgewöhnen. Ich finde ja, dass man es nicht allzu genau nehmen und sich nicht verrückt machen muss, wenn das Kind noch mit zweieinhalb Jahren gerne mal den Schnuller nimmt. Aber irgendwie hat es mich dann selbst genervt, weil das Geheule nach dem Schnuller immer viel größer war als dieser nach dem Hinfallen getröstet hätte. Und irgendwie sieht ein Kleinkind mit Stöpsel im Mund auch ziemlich blöd aus…

Die müden Stofftiere

Daher wollte ich ihn Frida schnell abgewöhnen. Anfangs war das wirklich schwierig. Es hilft einfach nicht, ihr zu sagen, dass sie jetzt schon groß ist und den Nana nicht mehr braucht. Nach langem Ausprobieren hat es bei uns mit einem simplen Trick geklappt (und bei anderen Familien, den ich diesen Trick verraten habe, übrigens auch):

Ich erzähle Frida nach dem Aufwachen immer, dass jetzt ihr Teddy gaaaaanz müde ist und nun schlafen will. Dafür braucht er unbedingt den Nana (wahlweise hat auch ihre Stoffkatze, die gepunktete Maus Waff oder der Stofflöwe die Nacht durchgemacht und muss jetzt dringend Schlaf nachholen). Bereitwillig und mitfühlend schauend geht sie dann zum Bett und legt dem Teddy den Schnuller hin. Manchmal wirft sie ihm ihn sogar mit aller Kraft an den Kopf. Egal, denn wenn sie später nach dem Nana verlangt, kann ich ihr sagen, dass der ja gerade im Mund vom Teddy steckt – was sie auch ohne Murren so gerne akzeptiert. Inzwischen braucht sie den Schnuller so nur noch zum Schlafen.

Nunubäume statt Liebesschlösser

Auch das würde ich gerne bald ändern. Vielleicht ja an einem Schnullerbaum: In vielen deutschen Städten wie Dresden, Leipzig, München oder Bonn (Adressen z.B. hier) gibt es Nunubäume, an denen sich Kinder von ihren Schnullern verabschieden können und sie in Girlanden um den Baumstamm hängen können. Angeblich – so erzählte mir ein Kollege – klappt das erstaunlich gut. Man kann ja immer mal hingehen und den Schnuller besuchen.

Schnullerabwöhngeschichten anderer Eltern:

Vielleicht nehme ich mir aber ein Beispiel an den Tricks der anderen Eltern, die ich gefragt habe, wie sie den Schnuller bei ihren Kindern abgewöhnt haben:

Mareike, Mutter von einer Tochter und einem Sohn:

„Bei uns hat es lange gedauert, bis wir einen Wunsch gefunden hatten, der brennend genug war, um dagegen die heißgeliebten Schnuller auszutauschen. Ein „Hörspielhandy“ sollte es sein – ein altes Smartphone, auf dem unsere Tochter sich ganz alleine Geschichten anhören kann. Am Vorabend der Transaktion gab es dann noch einmal große Aufregung: Ich sollte die Schnullerfee anrufen und sagen, dass sie bitte unbedingt noch ein Aufladekabel dazu legt! Aber dann lief alles erstaunlich reibungslos: Die Schnuller kamen vor dem Zubettgehen auf den Balkon und am Morgen lag dort – ein Hörspielhandy. Mit Ladekabel versteht sich. Es ist bis heute in regem Gebrauch.“

 

Heike, Mutter von zwei Söhnen:

„Unser erster Sohn hat den Schnuller sehr lange benutzt – Mensch, ist bei mir manchmal der Schweiß ausgebrochen, wenn ich unterwegs gemerkt habe, dass wir den Peppi zuhause vergessen haben. Eines Tages hat es mir dann gelangt: Ich habe den Peppi einfach auseinander geschnitten und das harte Plastikteil ins Klo geworfen. Dann habe ich meinem Sohn ganz erstaunt erzählt, dass der Peppi ins Klo gefallen wäre und das vordere Kautschukschnullerteil durch das Klowasser einfach abgefressen worden wäre. Schlimm, oder? Doch erstaunlicherweise: Unser Sohn hat das aber ohne Murren und ohne Verzweiflung so akzeptiert und seither nie wieder nach Peppi gefragt.“

 

Monika, Mutter von drei Kindern:

„Unser zweites Kind Nina war hochgradig schnullersüchtig, so dass wir auf Autofahrten immer eine Tüte mit mindestens 20 Schnullern mitschleppen mussten. Sie hatte nämlich die Angewohnheit, die Schnuller nach kurzem Genuss auszuspucken und in den Tiefen des Fahrzeugs zu versenken. Der jeweilige Beifahrer war dann dafür zuständig, dem schreienden Kind den nächsten Schnuller nach hinten zu reichen. Einmal waren die Schnuller bereits alle, bevor wir die Autobahn erreicht hatten. Da ein Mehr an Schnullern sich als unwirksam erwies, entschieden wir uns für das Nichts, als Nina zwei Jahre alt war: Eines Nachts kam die Schnullerfee, über die Nina schon viel gehört hatte und die sie, ihren Äußerungen zufolge, ganz offensichtlich für eine äußerst bösartige Frau hielt. Dieses Biest hatte klammheimlich alle Schnuller eingesammelt, aber- Freude!- ein Geschenk hinterlassen! Wir hatten uns schon auf Schreiorgien und durchwachte Nächte eingestellt – aber Nina hat ihren Schnullern keine Träne hinterher geweint. Es war, als ob sie nie existiert hätten. Jahre später fanden wir bei einer Autogrundsäuberung noch einen angegammelten Schnuller aus einer anderen Epoche.“

 

Wenn auch Ihr mir Eure Schnullerabwöhngeschichte erzählen wollt, schreibt doch einen Kommentar oder eine E-Mail!

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