Modern ist nicht immer besser
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Modern ist nicht immer besser

Heute mal ein Thema, das vor allem Mütter von Teenagertöchtern interessieren dürfte und Mütter, die ihre Familienplanung abgeschlossen haben: Es gibt einen neuen Pillenreport. Er fragt: Wie gut sind die neuen Antibabypillen?

Weil sie angeblich reinere Haut machen und die Schmerzen während der Tage lindern, lassen sich heute viele junge und auch ältere Frauen die modernen Antibabypillen verschreiben.

Höheres Thrombose-Risiko

Doch eine großangelegte Untersuchung der Techniker Krankenkasse ergab gerade, dass die neuen Pillen – im Ärztesprech heißen sie korrekt „hormonelle Mittel mit Levonorgestrel der dritten oder vierten Generation“ – das Thrombose-Risiko erhöhen.

Bei den älteren Pillen bekommen bis zu sieben von 10000 Frauen eine Thrombose, bei den neueren Mitteln sind es schon bis zu zwölf. Eine Thrombose kann sehr schmerzhaft sein – weil sich ein Blutgerinsel in einem Blutgefäß bildet, schwillt meist ein Bein an, färbt sich stellenweise blau und kann sehr druckempfindlich werden. Ein Hinweis auf eine Thrombose kann auch sein, wenn die Fußsohle des betroffenen Beins druckempfindlich ist oder sich das Bein heiß anfühlt. Im schlimmsten Fall kann der Blutpfropfen sogar bis in die Lunge wandern und zum Tod führen.

Einer Thrombose kann man vorbeugen, indem man sich viel bewegt, viel Wasser und wenig Kaffee, Tee und Alkohol trinkt (das entwässert) und nicht raucht. Auf Flugreisen oder wenn man lange sitzen muss, können Thrombosestrümpfe wirklich wohltuend sein. Ich weiß das aus eigener Erfahrung.

Nicht schlucken, weil´s schöner macht

„Vor allem bei jungen Frauen, die nicht rauchen und kein Übergewicht haben, spricht auf den ersten Blick auch nichts gegen die neuen Präparate“, sagt Professor Gerd Glaeske von der Uni Bremen der Techniker Krankenkasse. „Aber neu ist nicht immer gleich besser, im Gegenteil: Die Pillen der früheren Generationen schützen genauso gut vor einer ungewollten Schwangerschaft und haben ein geringeres Thromboserisiko.“

Auf keinen Fall sollte man die neuen Pillen nur wegen Pickeln und Menstruationsbeschwerden nehmen, rät die Techniker Krankenkasse. Über 76000 Frauen hätten 2014 eine Pille verschrieben bekommen, die ein höheres oder unklares Gesundheitsrisiko bergen würde.

Jedoch: weniger Schmerzen und Pickel

Gynäkologen halten jedoch dagegen: Die neuen Pillen würden Frauen besser vertragen, es würde wesentlich seltener zu Zwischenblutungen, dauerhaften Menstruationsbeschwerden, Akne oder unerwünschtem Haarwuchs kommen.

Ganz ohne sind also alle Antibabypillen nicht. Mütter, die sie selbst nehmen wollen, oder ihren Teenie-Töchtern verschreiben lassen wollen, sollten also genau darüber nachdenken, welches Risiko man damit eingeht.

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