Glyphosat: Gift in der Milch
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Glyphosat: Gift in der Milch

In der Muttermilch von deutschen Frauen haben Forscher hohe Rückstände des Pflanzengifts Glyphosat gefunden. Doch wie gefährlich ist das Gift für Mutter und Kind?

Nachdem in Österreich das umstrittene Pflanzengift Glyphosat in Muttermilch gefunden wurde, gaben die Grünen einen Test von 16 Muttermilchproben aus verschiedenen Bundesländern in Auftrag. Das Ergebnis ist wirklich ein Skandal: Alle Proben erhielten zwischen 0,210 und 0,432 Nanogramm des Unkrautvernichters pro Milliliter Milch – im Trinkwasser sind nur 0,1 Nanogramm gesetzlich erlaubt. Die getesteten Mütter waren zwischen 30 und 39 Jahren alt und stillten ihr erstes, zweites oder drittes Kind im Alter von 1,5 bis 11 Monaten. Auch im Urin der 16 Frauen fanden die Forscher hohe Rückstände.

Nun ist nicht klar, wie gefährlich Glyphosat wirklich ist: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stellte Anfang 2014 fest, dass Glyphosat weder krebserzeugend noch schädlich für die Fortpflanzung oder das Kind im Mutterleib sei. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat es jedoch im März als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft. In Deutschland wird das Mittel auf 30 bis 40 Prozent der Ackerflächen gespritzt.

Sollen Mütter nicht mehr stillen?

Der Bundestags-Umweltausschuss gibt sich nun alarmiert und will das Pflanzengift verbieten lassen. Doch was macht man bis dahin? Nicht mehr stillen und die Flasche geben? Vielleicht auch keine Alternative nach mehreren schlechten Testergebnissen von Milchpulver. Die meisten Experten sind immer noch der Meinung, dass Stillen das Gesündeste für Babys ist.

Viele Gartenmärkte haben das Pflanzengift schon aus den Regalen genommen, die Landwirtschaft wird es aber trotzdem weiter einsetzen. Bis zu einem Verbot…

Biogemüse ist besser

Dr. Christian Albring vom Berufsverband der Frauenärzte sagte gerade der BILD-Zeitung, dass „die Glyphosat-Menge, die Säuglinge mit der Muttermilch aufnehmen können, um den Faktor 3000 bis 5000 unter den von der EU und in Deutschland angesetzten Belastungsgrenzen“ liegt. Die Babys können also gar nicht so viel Gift aufnehmen. Trotzdem empfiehlt der Arzt, dass sich Mütter in der Schwangerschaft und der Stillzeit vor allem von Biogemüse und Biogetreide ernähren, weil da das Gift nicht verwendet werden darf. Na, dann guten Appetit!

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